Kandel: Erneut 750 Demonstranten auf der Straße

Mehrere Hundert Menschen sind am Samstag im südpfälzischen Kandel zu Kundgebungen unterschiedlicher politischer Gruppierungen zusammengekommen. An einer Demonstration des bürgerlich-rechten bis rechtspopulistischen Lagers unter dem Motto „Migrationspolitik, Innere Sicherheit“ nahmen nach Angaben eines Polizeisprechers etwa 550 Menschen teil, zu einer Gegendemonstration mit dem Motto „Bürgerrechte statt rechte Bürger“ hatten sich den Beamten zufolge etwa 200 Teilnehmer eingefunden. Mehrere weitere zunächst angemeldete Kundgebungen wurden von den Veranstaltern abgesagt. Die Aktionen stehen mehr oder weniger in Zusammenhang mit dem Tod der 15-jährigen Mia aus Kandel im Dezember. Von Vorfällen in Kandel wurde zunächst nichts bekannt. Nach Angaben des Sprechers war aber am Bahnhof Wörth ein Zug aus Karlsruhe wegen Übergriffen auf Polizeibeamte gestoppt worden. Welcher politischen Richtung die Angreifer angehörten, wisse er nicht, sagte der Sprecher. Eine Polizeisprecherin in Ludwigshafen wollte zu dem Fall zunächst keine Auskunft geben. Nach ihren Angaben hatten sich noch an zwei anderen Stellen in Kandel Demonstranten eingefunden – allerdings nicht so viele wie erwartet. Seit dem Tod von Mia kommt es in Kandel immer wieder zu Demonstrationen von rechtspopulistischen Gruppen sowie zu Gegendemonstrationen. Die 15-Jährige war mutmaßlich von ihrem Ex-Freund erstochen worden, einem Flüchtling aus Afghanistan. (mho/dpa)