Karlsruher SC: Wellenreuther bleibt Präsident

Ingo Wellenreuther bleibt Präsident des Karlsruher SC. Die Mitglieder wählten den Parlamentarier mit 77,2 Prozent für weitere drei Jahre. an die Spitze des Fußball-Zweitligisten. Wirtschaftlich lief es beim badischen Traditionsclub zudem besser als ursprünglich erwartet.


Karlsruhe (dpa/lsw) – Fünf Monate nach der Rückkehr in die Zweite Fußball-Bundesliga herrschen beim Karlsruher SC auch vereinspolitisch wieder mehr Ruhe und Ausgeglichenheit. Die Mitglieder bestätigten bei den Wahlen Ingo Wellenreuther für drei weitere Jahre als Präsident. Der CDU-Bundestagsabgeordnete konnte am Samstag in der Schwarzwaldhalle 274 der 355 gültigen Stimmen auf sich vereinigen. «Jetzt arbeiten wir weiter mit aller Kraft daran, dass wir die finanziellen Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass wir jedes Jahr ohne Probleme die Lizenz und eine konkurrenzfähige Mannschaft hinkriegen», sagte Wellenreuther nach seiner Wiederwahl.

Die beiden Vize-Präsidenten Georg Schattling und Günter Pilarsky wurden ebenfalls in ihren Ämtern bestätigt. Gegenkandidaten hatten sich keine beworben. Bei den Wahlen zum Verwaltungsrat des badischen Traditionsvereins erhielt der ehemalige KSC-Präsident Hubert Raase die größte Zustimmung. Auch Raases ehemaliger Vizepräsident Michael Steidl erhielt einen Sitz in dem Kontrollgremium. Hingegen wählten die Mitglieder die meisten der Kritiker, die häufig die Zusammenarbeit mit dem Präsidium öffentlich thematisiert hatten, nicht wieder.

Vor der Abstimmung hatte Dirk Welsch, der scheidende Vorsitzende des Verwaltungsrats, die Zusammenarbeit mit der Vereinsführung und deren Kurs gerügt. «Insgesamt ist der Verein mit einem blauen Auge davongekommen», sagte er. Das Kontrollgremium warne die Mitglieder, dass die Deutsche Fußball Liga (DFL) in den vergangenen Lizenzierungsverfahren die wirtschaftliche Situation immer als «kritisch» bewertet habe und der Verwaltungsrat eine «Abhängigkeit von zunehmend existenzieller Bedeutung» von Geldgeber Pilarsky sehe.

Wirtschaftlich schnitt der KSC jedoch besser ab als ursprünglich erwartet. Trotz des einen Jahres in der 3. Liga fiel der Verlust um 390 000 Euro niedriger als die geplanten 1,343 Millionen Euro aus. Dazu hatte unter anderem der Transfer von Sportdirektor Oliver Kreuzer zum Bundesligisten Hamburger SV beigetragen. Dieser Wechsel ging mit 400 000 Euro in die Bilanz ein. Das Präsidium kündigte an, die laufende Saison ohne erneuten Verlust abschließen zu wollen. «Das wird aber eine Herkulesaufgabe», sagte Vize-Präsident Schattling.