„Lärmfeuer“ im Odenwald: Tradition der Römer flackert wieder auf

Früher war es schwer, über weite Strecken hinweg schnell vor militärischen Feinden zu warnen. Ein Mittel waren
Signalfeuer, die eine Alarmkette bildeten. An diese „Lärmfeuer“ erinnern der Odenwald und die Bergstraße an diesem Samstag (25. März). An rund 25 Orten sind zum Einbruch der Dunkelheit große Lagerfeuer geplant. Die jährliche Aktion findet mittlerweile zum elften Mal statt. Wahrscheinlich haben Truppen der Römer auch in dieser Gegend vor rund
2000 Jahren von Türmen und Kastellen aus über große Entfernungen Nachrichten übermittelt. „Bewiesen ist es nicht, aber man kann es vermuten“, sagt Veranstaltungs-Sprecherin Marieta Hiller, die sich als Gästeführerin mit der römischen Geschichte in der Region beschäftigt. Römer nutzten „Lärmfeuer“, dürften sie also auch in dieser Gegend entfacht haben.
Geplant haben Feuer zu entzünden etwa das Schloss Auerbach, der Heimat- und Verschönerungsverein Balkhausen am Nibelungensteig auf der Reichenbacher Höhe und die Dorfgemeinschaft in Hilsenhain. Als ein Ziel bietet sich auch die Burg in Lindenfels an. „Da kann man im Weschnitztal drei bis vier Feuer sehen“, sagte Hiller. Die Abendprogramme sind unterschiedlich, meist gibt es Essen und Trinken.“Das organisiert jeder Veranstalter selbst“, sagte die 58-Jährige.
„Es gibt Böllerschüsse, Posaunenchöre und Fackeltänze.“ Der Begriff „Lärmfeuer“ leitet sich vermutlich aus der französischen
Sprache her, wo „à l’arme“ „zur Waffe“ bedeutet. dpa/feh