Landau: Erdwärmekraftwerk könnte wieder starten – Stadt überrascht

Das umstrittene Erdwärmekraftwerk im südpfälzischen Landau könnte nach mehrjährigem Stillstand bald wieder anfahren. Zwar stünden noch Prüfungen an, das Ende sei aber absehbar, sagte der Leiter des Landesamtes für Geologie und Bergbau, Georg Wieber. Darüber hatten Amtsvertreter kürzlich auch den Umweltausschuss des Landauer Stadtrats informiert. Die Stadtspitze ist von dieser Entwicklung nach Angaben einer Sprecherin überrascht und regt an, vor dem Start der Anlage die Bürger zu informieren. Das 2007 in Betrieb genommene Kraftwerk war im März 2014 stillgelegt worden, nachdem sich der Boden in der Umgebung stellenweise um mehrere Zentimeter gehoben hatte. Experten hatten die Veränderungen mit der Anlage in Zusammenhang gebracht. Die Vorfälle sorgten in Landau für heftigen Protest. So hatte der Stadtrat das Land kurz nach der Abschaltung aufgefordert, sich für die mittelfristige Stilllegung der Anlage einzusetzen. Diese sei zu einer inakzeptablen Belastung für die Kommune geworden. Das Kraftwerk soll mit heißem Wasser aus 3000 Metern Tiefe Strom erzeugen. Nach Wiebers Angaben hat der Kraftwerksbetreiber inzwischen beim Landesamt beantragt, den Sonderbetriebsplan für den Primärkreislauf des Kraftwerks zuzulassen. „Die Prüfung ist nicht abgeschlossen. Das dürfte aber nicht so lange dauern“, sagte der Amtsleiter. Er ging von etwa zwei Wochen aus. Nach dieser Genehmigung könne die Anlage aber noch nicht starten, der Betreiber müsse noch weitere Nachweise erbringen – zum Beispiel, ob einzelne Anlagenteile wie bestimmte Lager noch funktionierten. Sei das der Fall, könne das Kraftwerk theoretisch bis zum Sommer in Betrieb gehen. Das hänge aber vom Unternehmen ab. „Da haben wir keinen Einfluss drauf.“  Für die Hebung des Bodens in der Vergangenheit hatte der Betreiber eine lecke Stelle an einer Dichtung zwei bis drei Meter unterhalb der Erdoberfläche verantwortlich gemacht. Von dort aus sei Wasser in die tieferen Schichten gelaufen. Dieser Defekt sei aber beseitigt. Wieber sagte, die Rohre seien saniert worden, das sei nachgewiesen. Zudem gebe es Sicherheitsvorkehrungen, die nicht manipuliert werden könnten. So schalte sich das Kraftwerk automatisch ab, wenn es zu Unregelmäßigkeiten komme. Die Sprecherin der Stadt sagte, die Kommunen wolle nun in Briefen an Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) und das Landesamt „unsere Irritation zum Ausdruck bringen“, dass man nicht im Vorfeld über den Stand der Dinge informiert worden sei. Zudem rege man vor der Inbetriebnahme eine Veranstaltung zum Thema an, „damit die Bürger richtig informiert sind“. (dpa/lrs)