Leimen/Berlin: Boris Becker dementiert Berichte über „Pleite“

Tennislegende Boris Becker (49) hat über seinen deutschen Anwalt Medienberichte dementiert, wonach er pleite sei. Ein Gericht in London hatte den dreimaligen Wimbledonsieger am Mittwoch für zahlungsunfähig erklärt, wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete. Beckers Rechtsanwalt Christian Schertz erklärte dazu am Abend: „Das Verfahren betrifft ein Darlehen, das Herr Becker binnen eines Monats in voller Höhe zurückgezahlt hätte.“ Becker sei „überrascht und enttäuscht, dass sich die gegnerische Bank in einem konkreten Zivilverfahren in Großbritannien entschieden hatte, Klage gegen ihn einzureichen“. Die Nachrichtenagentur PA schrieb, die zuständige Justizbeamtin Christine Derrett sei „mit Bedauern“ zu dem Schluss gekommen, dass es an glaubwürdigen Nachweisen dafür fehle, dass Becker seine „erheblichen“ Schulden bald zurückzahlen könne. Einen weiteren Aufschub des Falls um 28 Tage lehnte Derrett, die Becker einst selbst auf dem Centre Court habe spielen sehen, demnach ab. Die Kanzlei Schertz Bergmann Rechtsanwälte kündigte an, Becker werde beantragen, die Verfügung umgehend aufzuheben. Schertz betonte: „Tatsächlich hat mein Mandant bereits gegenüber englischen Medien erklärt, dass seine Einkünfte hinreichend veröffentlicht sind und es klar ist, dass er die Mittel hat, um diese Schuld zu begleichen.“ Später äußerte sich Becker so auch über den Kurznachrichtendienst Twitter. Von Schertz hieß es weiter: „Der Wert der in Rede stehenden Wertanlage übersteigt bei weitem das Darlehen bei der Bank, die Herrn Becker verklagt hat. (…) Medienmeldungen, wonach unser Mandant „pleite“ sei, entsprechen damit nicht der Wahrheit.“ Becker bedankte sich bei Twitter bei seinen Fans und Unterstützern. „Ich bin seit 32 Jahren in diesem Spiel und habe vor, es noch länger zu bleiben.“ Becker, der aus Leimen in Baden-Württemberg stammt, arbeitet derzeit als Kommentator für den TV-Sender Eurosport. In diesem Job hatte er zuvor bereits langjährige Erfahrung bei der BBC gesammelt. Zwischenzeitlich war er bis Ende 2016 im Trainerstab von Tennis-Star Novak Djokovic – mit großem Erfolg: Djokovic gewann 2016 erstmals die French Open, hielt damit alle vier Grand-Slam-Titel gleichzeitig und war unangefochten die Nummer eins. Zuletzt hatte Becker erklärt, wieder als Trainer arbeiten zu wollen. Zwar mache ihm seine Arbeit als TV-Kommentator sehr viel Spaß. „Ich muss aber auch sagen: Natürlich juckt’s mich, wieder auf dem Platz zu stehen. Alles andere wäre auch gelogen“, sagte Becker Anfang Juni der „Süddeutschen Zeitung“. (dpa/asc)