Löwen: Jubel über „Traumlos“ Barcelona

Die Rhein-Neckar Löwen haben im Viertelfinale der Championsleague ein Super-Los gezogen: EHF-Präsident Jean Brihault und EHF-Generalsekretär Michael Wiederer paarten die Gelbhemden mit keinem Geringeren als dem  FC Barcelona. „Ein großer Name, eine große Mannschaft, ein Traumlos“, freute sich Manager Thorsten Storm, der die Löwen in Wien vertrat. „Wir sind nach dem Zittersieg gegen Kielce von Montagabend froh, im Viertelfinale dabei zu sein, und jetzt warten zwei große Spiele gegen den Topfavoriten auf den Titel. Wir haben uns Barcelona absolut verdient.“

Das Hinspiel wird am Osterwochenende  in der Mannheimer SAP Arena ausgetragen, eine Woche später folgt das Rückspiel im Handballtempel „Palau Blaugrana“. „Hauptsache, wir müssen nicht gegen Kiel antreten, zur Champions League gehören internationale Spiele“, sagte Storm: „Und jetzt haben wir den dicksten Fisch, der möglich war – auch wenn wir Außenseiter sind.“

Die Favoritenrolle wollte Barcelonas Manager Xavier o’Callaghan, der als Spieler an fünf der insgesamt sieben Champions-League-Titel der Katalanen beteiligt war, aber nicht annehmen. „Selbst wenn wir diese Rolle innehaben sollten, müssen die Spiele erst absolviert werden. Die Löwen sind in Deutschland und Europa eine große Mannschaft, das wird nicht einfach – auch wenn unser großes Ziel natürlich das Erreichen des FINAL4 in Köln ist.“

Genau dort, in Köln, gab es das letzte Aufeinandertreffen bei der Löwen-FINAL4-Premiere 2011. In einem dramatischen Halbfinale setzte sich Barcelona mit 30:28 durch, um 24 Stunden später durch einen Finalsieg über Atletico Madrid zum siebten (und bislang letzten) Mal  Champions-League-Sieger zu werden. An den drittletzten Auftritt gegen die Katalanen wird sich vor allem Löwen-Coach Gudmundur Gudmundsson gerne zurückerinnern: In seinem allerersten Spiel auf der Bank der Gelbhemden gab es einen sensationellen 31:30-Erfolg im Palau Blaugrana im Hinspiel der Gruppenphase 2010/11, im Rückspiel  folgte ein 38:38 in der SAP Arena.

Barcelona hatte vor der Saison – und speziell nachdem man das 2013er Champions-League-Finale gegen Hamburg nach Verlängerung verloren hatte – seinen ehedem schon top-besetzten Kader weiter verstärkt. „Wir kommen wieder nach Köln“, hatte Trainer Xavi Pascual noch in der Final-Pressekonferenz gesagt – und Taten folgen lassen: In der mazedonischen Tormaschine Kiril Lazarow sowie dem Ex-Welthandballer Nikola Karabatic glückten den Katalanen die größten Transfers des vergangenen Sommers. Daneben verfügt Barcelona über das wohl beste Torhüter-Duo der Welt mit dem spanischen Weltmeister Arpad Sterbik (derzeit verletzt, bis zum Viertelfinale wohl wieder fit) und dem Bosnier Danijel Saric. Neben Karabatic und Lazarov ist der weißrussische fünffache CL-Sieger Siarhei Rutenka der Dreh- und Angelpunkt im Rückraum. Zudem glänzt der spanische Rekordmeister, der unangefochten die Tabelle der Liga Asobal anführt, mit den pfeilschnellen Außen Victor Tomas und Juanin Garcia. Am Kreis spielen Olympiasieger Cedric Sorhaindo (Frankreich) und Europameister Jesper Noddesbo (Dänemark).

In der Gruppenphase der VELUX EHF Champions League startete Barca mit einem überraschenden Remis bei Flensburgs Viertelfinalgegner Vardar Skopje, dann folgten acht Siege in Folge, ehe man zum Abschluss in Skopje – diesmal bei Kiels Viertelfinalgegner Metalurg – die einzige Niederlage dieser Saison in allen Wettbewerben kassierte. Im Achtelfinale setzte sich Barcelona im Schongang mit zwei deutlichen Siegen gegen die Dänen aus Aalborg durch. (rhein-neckar löwen/wg)