Löwen: Tor zum CL-Viertelfinale steht weit offen

Die Rhein-Neckar Löwen haben allerbeste Chancen, das Viertelfinale der Handball-Champions League zu erreichen: Im Achtelfinal-Hinspiel am Mittwochabend in Kiel besiegten die Badener den THW mit 25:24 (12:10) und erkämpften sich eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel. Die zweite Partie findet am Donnerstag nächster Woche in Mannheim statt. „Es wird auch im Rückspiel sehr eng. Uns interessiert nicht, wer Favorit ist“, sagte Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen, der als Profi sechs Jahre für den THW spielte.

Vor 10 250 Zuschauern in der ausverkauften Sparkassen-Arena war Nikola Bilyk mit sieben Toren bester Schütze bei den Kielern. Für die Löwen traf Kim Ekdahl du Rietz (6) am häufigsten. Ohne Spielmacher
Domagoj Duvnjak und Kreisläufer Rene Toft Hansen waren die Gastgeber deutlich geschwächt und mussten ihr Team umbauen. Mit der Abwehr war THW-Coach Alfred Gislason zufrieden. „Wenn man zehn gute Chancen vorne liegen lässt, dann ist das das Problem“, meinte der Isländer. Die Löwen spielten kombinationssicherer, bei den Kielern wirkte vieles holprig und erzwungen. Im Tor hatten die Mannheimer in Andreas Palicka den stärkeren Rückhalt. Der Schwede parierte in der ersten Hälfte 54 Prozent der Würfe.

Im zweiten Durchgang leistete sich der deutsche Meister einige Fehler, die die Kieler ausnutzten. Der THW wurde zu Beginn der zweiten Halbzeit von den Mannheimern geradezu überrannt. Von 12:10 sprinteten die Gäste in acht Minuten auf 19:13 davon. Danach kämpften sich die Norddeutschen wieder auf 22:23 heran. Nach 100-tägiger Verletzungspause gab Nationalspieler Steffen Weinhold ein starkes Comeback und erzielte fünf Tore. Trotz der Niederlage meinte Gislason: „Ich bin sehr stolz auf die Leistung der Mannschaft. Sie hat sich sehr zusammengerissen und gekämpft.“

Für beide Teams war es das zweite Duell in dieser Saison. In der Bundesliga hatten die Löwen kurz vor Weihnachten ebenfalls in Kiel gewonnen (29:26). Auf internationaler Ebene standen sich beide nunmehr sieben Mal gegenüber. Der THW steht bei vier Siegen, die Löwen bei zwei Erfolgen, einmal gab es ein Remis. Wer sich im Rückspiel durchsetzt, bekommt es im Viertelfinale mit Rekordtitelgewinner FC Barcelona zu tun. Die Spanier dürfen sich im Achtelfinale ausruhen: Als Gruppensieger zogen sie direkt ins Viertelfinale ein. (dpa/wg)