Ludwigshafen: BASF macht im Jubiläumsjahr weniger Umsatz und Gewinn

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Die BASF hat 2015 weniger verdient als im Vorjahr. Die Kennziffer für den Gewinn – das EBIT vor Sondereinflüssen – lag mit 6,7 Milliarden Euro um 618 Millionen niedriger als im Vorjahr, ein Rückgang von acht Prozent. Der Umsatz nahm um fünf Prozent auf 70,4 Milliarden ab. Als wesentliche Ursache für die niedrigeren Zahlen im Jubiläumsjahr nennt BASF geringere Öl- und Gaspreise.

Im vierten Quartal wirkte sich außerdem der Ende September vollzogene Tausch von Vermögenswerten mit Gazprom negativ auf die Umsätze aus. Es seien Beiträge des Gashandels- und Gasspeichergeschäftes von rund drei Milliarden Euro entfallen, heißt es in einer am Morgen veröffentlichten Mitteilung des Unternehmens. Insgesamt hätten Portfoliomaßnahmen im vierten Quartal zu einem Rückgang des Umsatzes um 19 Prozent geführt.

Das Marktumfeld bezeichnet die BASF als volatil und herausfordernd. Die Wachstumsraten der Weltwirtschaft, der Industrieproduktion und der chemischen Industrie seien hinter den Erwartungen zurückgeblieben. „Im Jahresverlauf ließ die Dynamik der Weltwirtschaft spürbar nach. In diesem weltwirtschaftlichen Umfeld haben wir entschiedene Maßnahmen ergriffen: unsere Vorräte deutlich verringert, unser Kostenmanagement verstärkt und unser Portfolio gestrafft“, sagte Dr. Kurt Bock, Vorsitzender des Vorstands der BASF SE.

Für 2016 geht die BASF von einem Wachstum der Weltwirtschaft um 2,3 Prozent und einem Wachstum der globalen Chemieproduktion von 3,4 Prozent aus.

„Der Jahresauftakt mit den Turbulenzen der Rohstoff- und Aktienmärkte verdeutlicht, mit wie viel Unsicherheit ein Ausblick für 2016 verbunden ist. Das Jahr hat verhalten begonnen, vor allem infolge einer schwachen Mengenkonjunktur in China. Dennoch erwarten wir, dass die Weltwirtschaft 2016 voraussichtlich etwa so wachsen wird wie im Jahr 2015“, so Bock.

Aus den Geschäften mit Öl und Gas rechnet der Konzern mit sinkenden Ergebnissen. Auch im Bereich Chemie werde das Unternehmen nicht an die Zahlen der ersten drei Quartale 2015 anknüpfen können. Gründe sind rückläufige Margen und niedrigere Preise aufgrund gesunkener Rohstoffkosten. In ihren anderen Segmenten will BASF das Ergebnis leicht steigern.

„Die Risiken für die Weltwirtschaft steigen weiter. Dennoch wollen wir den Absatz in allen Segmenten steigern. Insbesondere infolge der Devestition des Gashandels- und Gasspeichergeschäfts wird der Umsatz der BASF-Gruppe jedoch deutlich sinken. Wir erwarten ein EBIT vor Sondereinflüssen, das leicht unter dem Wert von 2015 liegt. Dies ist in dem derzeitigen volatilen und herausfordernden Umfeld ein anspruchsvolles Ziel und insbesondere von der Entwicklung des Ölpreises abhängig“, sagte Bock.

Der Vorstand will der Hauptversammlung einen Dividendenvorschlag von 2,90 Euro je Aktie machen, zehn Cent mehr als im Vorjahr. „Wir streben auch künftig an, die Dividende jährlich zu steigern, sie zumindest aber auf dem Niveau des jeweiligen Vorjahres zu halten“, so Bock.

Die BASF stellt ihre Ergebnisse um 10:30 Uhr in der Bilanz-Pressekonferenz vor. RNF berichtet am Abend in RNF Life. (rk/Quelle: BASF/Bild: BASF)