Ludwigshafen: Bauprojekt weckt Forderungen nach neuer Rheinbrücke

Der geplante Abriss der Hochstraße Nord in Ludwigshafen hat die Diskussion um eine zusätzliche Rheinbrücke in
der Region wieder aufleben lassen. „Wir haben zu wenige Rheinquerungen in der Metropolregion“, sagte der Vize-Hauptgeschäftsführer der IHK Pfalz, Jürgen Vogel. Er würde einen Neubau südlich von Ludwigshafen befürworten. Auch der Verkehrsexperte Artin Adjemian von der IHK Rhein-Neckar in Mannheim hält eine weitere Brücke für nötig – gerade mit Blick auf künftige Verkehrsbelastungen. In der Vergangenheit war über eine Brücke bei Altrip südlich von Ludwigshafen nachgedacht worden. Nach Adjemians Worten ist aber jede gute Lösung willkommen. Der Abriss der Hochstraße, einer wichtigen Verbindung zwischen Baden und der Pfalz, soll über Jahre hinweg zu großen Verkehrsproblemen führen. Das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium erklärte, im Rahmen einer Verkehrsanalyse im Auftrag des Verbandes Region Rhein-Neckar seien 2010 verschiedene Varianten für eine Rheinquerung bei Altrip untersucht worden, auch ein Tunnel. Das Ergebnis: Nur eine überirdische Trasse mit einer Rheinbrücke bei Altrip sei „ein verkehrlich wirksames und zugleich wirtschaftlich vertretbares Vorhaben“. Im neuen Regionalplan für die Metropolregion Rhein-Neckar von 2014 sei ein solches Projekt aber nicht als Ziel vorgesehen. Als langfristige Option solle der Bereich einer möglichen Trasse bei Altrip aber freigehalten werden. Mit den Bauarbeiten soll Ende 2019 begonnen werden. 18 Monate nach dem Start der Arbeiten werden große Verkehrsprobleme erwartet, die viereinhalb Jahre andauern sollen. Die gesamte Bauzeit wird auf acht Jahre geschätzt. (dpa/sab)