Ludwigshafen: Mutter eines Schulschwänzers in Berlin verurteilt

Weil ihr Sohn an fast 1000 Tagen den Schulunterricht in Ludwigshafen und Berlin geschwänzt hatte, wurde die Mutter zu neun Monaten Haft mit Bewährung verurteilt. „Sie hätten einen feinen Jungen haben können, das haben Sie ihm verbaut“, begründete eine Berliner Amtsrichterin den Schuldspruch wegen Verletzung der Fürsorgepflicht. Der inzwischen 17-Jährige kann kaum lesen und schreiben. Er war zwischen 2003 und 2012 in Ludwigshafen und nach dem Umzug in Berlin nur sporadisch zum Unterricht erschienen. Schon im ersten Schuljahr wurden 95 Fehltage vermerkt. In der sechsten Klasse erschien der Junge den Ermittlungen nach nur 16 Tage. Die fünffache Mutter hatte im Prozess geschwiegen. Gegen die 43-jährige Analphabetin waren mehrfach Bußgeldbescheide ergangen.(mf)