Ludwigshafen: Vermehrt Opfer sexueller Gewalt im Beratungszentrum für Flüchtlinge

Beim psychosozialen Beratungszentrum für Flüchtlinge in Ludwigshafen suchen knapp zehn Monate nach dem Start vermehrt Frauen Hilfe, die Opfer sexueller Gewalt wurden. Das berichtet die Sprecherin des Diakonischen Werks Pfalz, Eva Stern, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Als Beispiele nennt sie Vergewaltigung und Genitalverstümmelungen sowie sexuelle Übergriffe. „Außerdem sind einige Ratsuchende auch Opfer häuslicher Gewalt in Deutschland geworden.“
Zudem würden vor allem bei Flüchtlingen aus den Balkanstaaten und vermehrt aus Afghanistan angesichts einer drohenden Abschiebung „vielfache Belastungsreaktionen und eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit“ festgestellt.
103 Menschen hatten bislang einen oder mehrere Termine im Psychosozialen Zentrum Pfalz (PSZ), dessen Angebot sich vor allem an Opfer von Folter und Gewalt sowie an schwer psychisch oder körperlich Kranke richtet. Darunter sind 40 Frauen und 63 Männer, 14 von ihnen Minderjährige. Mit 26 Patienten ist Syrien am stärksten vertreten, gefolgt von Afghanistan (19), Kosovo (14), Serbien (7), Pakistan (6), Albanien (5), Irak (3), Eritrea (2). Auch Menschen aus Russland, Ägypten und Bosnien sowie aus Georgien, Iran und Palästina suchen Hilfe. Landesweit gibt es fünf solcher Beratungsstellen. (dpa/lrs)