Mannheim: NTM-Intendant Burkhard Kosminski soll nach Stuttgart wechseln

Im vergangenen Jahr kündigte Armin Petras überraschend an, seinen Vertrag als Intendant des Stuttgarter Schauspiels vorzeitig beendet zu wollen. Sein empfohlener Nachfolger ist kein Unbekannter.

Stuttgart/Mannheim (dpa/lsw) – Nachfolger von Intendant Armin Petras für die Württembergischen Staatstheater in Stuttgart soll Burkhard C. Kosminski werden. Eine entsprechende Empfehlung gab die Findungskommission an den Verwaltungsrat, wie das Kunstministerium am Freitagabend in Stuttgart mitteilte. Der 56-Jährige Kosminski ist derzeit Intendant am Nationaltheater Mannheim. Kosminskis Leidenschaft und Ideen würden das Publikum begeistern, sagte Kunstministerin Theresia Bauer (Grüne). «Er hat das Schauspiel am Nationaltheater Mannheim als Intendant und Regisseur auf beeindruckende Weise geprägt.»

Burkhard Kosminski in der RNF-Sendung „Zur Sache“.

Die Suche nach einem neuen Schauspielintendanten war notwendig geworden, nachdem Petras im vergangenen Jahr überraschend darum gebeten hatte, seine Intendanz aus familiären Gründen zum August 2018 beenden zu können. Im Jahr davor hatte Petras seinen Vertrag noch vorzeitig bis mindestens 2021 verlängert. Der Mann mit der Mütze arbeitet seit 2013 in Stuttgart. Er kam vom Berliner Maxim Gorki Theater nach Stuttgart.

Mit seiner Arbeit in Mannheim seit 2006 hat sich Kosminski national wie international große Anerkennung erarbeitet. Seine zeitgenössischen Themensetzungen und künstlerischen Fragestellungen, die Verbindung von klassischem Schauspiel und zeitgenössischer Dramatik seien mitreißend, sagte Bauer. «Burkhard Kosminski ist der richtige für Stuttgart. Wenn der Verwaltungsrat zustimmt, werden wir ein spielfreudiges und ästhetisch anspruchsvolles Theater in Stuttgart bekommen – voller Offenheit für unsere spannende Stadt», betonte Oberbürgermeister Fritz (Grüne).

Burkhard C. Kosminski studierte Regie und Schauspiel am Lee Strasberg-Theater-Institut und am William-Esper-Studio in New York. Bis 2006 war er leitender Regisseur am Düsseldorfer Schauspielhaus, seitdem war er Schauspieldirektor am Nationaltheater Mannheim und ist dort seit März 2013 Schauspielintendant und Betriebsleiter. Außerdem hat er seit 2006 die künstlerische Leitung der Schillertage am Nationaltheater inne. Er arbeitete unter anderem an der Schaubühne Berlin, dem Schauspiel Frankfurt und dem Staatsschauspiel Dresden sowie an der Deutschen Oper am Rhein, an der er im Frühjahr 2013 seine erste Oper, Richard Wagners Tannhäuser, inszenierte.

Die Württembergischen Staatstheater werden gleichberechtigt von vier Intendanten geleitet. Der Vertrag des geschäftsführenden Intendanten Marc-Oliver Hendriks wurde im Mai 2015 bis Ende August 2022 verlängert, Viktor Schoner wird zur Spielzeit 2018/19 Jossi Wieler als Opernintendant nachfolgen und Tamas Detrich tritt in der Spielzeit 2018/19 die Nachfolge des Ballettintendanten Reid Anderson an.