[AKTUALISIERT] Mannheim: Bis zu 2.000 Flüchtlinge in Funari-Barracks erwartet

Hilfsorganisationen in Mannheim schaffen an diesem Wochenende 2.000 Schlafplätze für Flüchtlinge auf dem Gelände der Funari Barracks. Wie der Einsatzleiter des Technischen Hilfswerks Mannheim, Ralph Rudolph, auf RNF-Anfrage sagte, seien in der Nacht von Freitag auf Samstag 87 Einsatzkräfte von THW, Deutschem Rotem Kreuz und Feuerwehren vor Ort gewesen. Zunächst hatte es geheißen, die Quartiere würden auf dem Areal der Spinelli-Kaserne im Stadtteil Feudenheim eingerichtet.

In der Nacht bezogen nach Angaben von Michael Brandt, Sprecher der Lenkungsgruppe Flüchtlingsunterbringung des Landes Baden-Württemberg, 400 Asylsuchende das neue Quartier. Weitere 800 Menschen würden im Lauf des Samstags erwartet. Danach gebe es auf Funari Kapazität für weitere 800 Menschen. Ob dieses Kontingent bereits am Sonntag ausgeschöpft werde, sei noch nicht sicher. Das Land bereite weitere Unterbringungsmöglichkeiten in ehemaligen US-Kasernen in Mannheim vor, so Brandt. Welche Areale genau ins Auge gefasst werden, konnte er noch nicht sagen.

Die jetzt belegten Funari Barracks grenzen an das bereits von Flüchtlingen belegte Benjamin-Franklin-Village. Mehrere Ortsgruppen des THW und weiterer Hilfsorganisationen ertüchtigen die Gebäude rund um die Uhr als Übergangsquartier. Wie THW-Sprecherin Nicole Dudziak auf RNF-Anfrage sagte, gebe es zurzeit einen Engpass an Feldbetten. Die Flüchtlingsunterkunft wird daher zum Teil mit Luftmatratzen und Camping-Liegen ausgestattet.

Unterdessen habe das Land Baden-Württemberg zwischenzeitlich gegenüber dem Bund auf Basis der dem Gemeinderat am letzten Dienstag vorgestellten Eckwerte und Übergabedaten die Bereitschaft zum Verkauf erklärt, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Mannheim von Samstag Nachmittag.

Bestandteil dieses Konzepts sei die zur Winterunterbringung nötige Belegung von Benjamin Franklin auch nördlich der Birkenauerstraße bis zum 31. März 2016. Eine längerfristige Unterbringung von Flüchtlingen unmittelbar durch den Bund – wie ursprünglich erwogen – erfolge damit nicht, heißt es in der Pressemitteilung wörtlich.

„Mannheim kann und will sich der Verantwortung zur Unterstützung bei der Versorgung der Menschen nicht entziehen. Zugleich ist es für uns entscheidend, dass ein sehr bald auch notwendiger neuer Stadtteil auf Franklin wie geplant realisiert werden kann,“ so Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz. „Gemeinsam mit dem Land und mit seiner Unterstützung müssen wir neben den technischen Voraussetzungen aber auch für die sozialen Voraussetzungen sorgen, dass die Unterbringung einer so großen Zahl von Menschen nicht zu unvertretbaren Zuständen führt.“

Hinweis: Wir aktualisieren diese Meldung, sobald uns neue Informationen vorliegen. (rk, Stand: 03.10.2015, 16:30 Uhr / Archivbild: RNF)

Fotos: THW Mannheim