Mannheim: Hausbesetzung dauert an

Aktivisten halten ein Haus in der Mannheimer Hafenstraße im Stadtteil Jungbusch weiter besetzt. Nach Polizeiangaben drangen etwa 50 bis 60 Menschen am späten Vormittag in das leer stehende Gebäude ein. Das Haus sei baufällig, heisst es. Mannheims Erster Bürgermeister Christian Specht versucht im Gespräch mit den Besetzern, sie zur Räumung zu bewegen. Auch ein Statiker sei vor Ort, heisst es. Den Vorschlag, das Haus zu verlassen und einen Demonstrationszug durch den Stadtteil zu organisieren, lehnten die Aktivisten ab. Sie kritisieren, dass die Wohnungsmieten im Stadtteil und in der Stadt in den vergangenen Jahren stark angestiegen seien, da Investoren zahlreiche Wohnungen aufgekauft und luxuriös saniert hätten. Wegen des baufälligen Zustandes das Hauses in der Hafenstraße hätten die damaligen Mieter das Haus 2011 verlassen müssen, hieß es. Nach Ansicht der Hausbesetzer handelt es sich dabei um einen Vorwand, da die Stadt das Gebäude sanieren und dort ein Gründerzentrum etablieren wolle. Das habe man bei einer Parteiveranstaltung vor wenigen Tagen erfahren. Ein Sprecher der Stadt bestätigte solche Überlegungen. Im Juni hat die Stadt einen Plan zur Schaffung preiswerten Wohnraums beschlossen. „Diesem Beschluss müssen nun Taten folgen“, forderten die Aktivisten. Um darauf aufmerksam zu machen, habe man das Haus besetzt. Die Aktivisten wollen, dass dort Wohnungen aber auch Räume für soziale Initiativen und Kulturangebote geschaffen werden. Von Seiten der Stadt hieß es dazu, man fühle sich dem sozialen Wohnungsbau verpflichtet. Aktuell würde beispielsweise unweit des besetzten Hauses ein Gebäude mit Wohnungen saniert, die für Familien erschwinglich sein sollen. „Der Quadratmeterpreis solle nicht den Betrag von 7,50 Euro überschreiten“, sagte der Sprecher der Stadt. (mho/dpa)