Mannheim: Jugendliche gefährden Zugführer und sich selbst

Dreimal haben drei Jugendliche Ende Juli versucht, den Bahnverkehr in Mannheim massiv zu stören und haben einen Zugführer und sich selbst in Lebensgefahr gebracht. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilten, warfen die zwei Männer und eine Frau ein Rohr, das an einem Band befestigt war, über eine Oberleitung im Bereich der Gleise. Das Rohr schlug in die
Frontscheibe des Triebwagens einer Regionalbahn ein, die mit Tempo 140 vorbeifuhr. Der Zugführer hatte großes Glück: Die Scheibe wurde nicht durchschlagen, der Mann verletzte sich nur leicht.
Noch am Abend des gleichen Tages meldete eine Anwohnerin in einem anderen Mannheimer Stadtteil drei Jugendliche, die versuchten, im Gleisbereich eine Schnur über die Oberleitung zu werfen. Die Polizei nahm dabei die Personalien der drei Jugendlichen auf und erteilte ihnen einen Platzverweis. Am darauffolgenden Tag entdeckte ein Zugführer eine Blechdose, die an einer Schnur über die Fahrleitung
hing. Auch das ging auf das Konto der Jugendlichen. Warum sie die Anschläge auf den Bahnverkehr ausübten, ist noch unklar. „Wahrscheinlich haben sie einfach unüberlegt gehandelt und waren sich
ihrer Folgen nicht bewusst“, vermutet eine Polizeisprecherin. „Dabei hatten sie großes Glück, denn sie hätten auch einen Stromschlag erleiden können“. Die Ermittlungen der Polizei dauern noch an.  (dpa/lsw)