(Aktualisiert:) Mannheim: Muslimin scheitert mit Klage

Eine muslimische Pflegekraft, die keine männlichen Patienten waschen wollte, ist mit einer Klage gegen ihre Entlassung gescheitert. Das Mannheimer Arbeitsgericht wies die Klage der Frau am Donnerstanachmittag ab. Die Pflegekraft hatte ihrem Arbeitgeber, einem ambulanten Pflegedienst, vorgeworfen, sie wegen ihres Glaubens benachteiligt zu haben. Als sich die 40jährige im Mai
vergangenen Jahres geweigert hatte, auch männliche Pflegebedürftige zu waschen, hatte das Unternehmen sie noch innerhalb der Probezeit entlassen. (dpa)

Basismeldung: Eine muslimische Pflegekraft klagt vor dem Arbeitsgericht Mannheim dagegen, dass ihr gekündigt wurde, weil sie männliche Patienten nicht waschen wollte. Die Frau beruft sichnach Angaben einer Gerichtssprecherin auf die Religionsfreiheit sowie auf das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Die Verhandlung war für den Nachmittag (14.30 Uhr) terminiert. Der Klägerin war von einem Mannheimer Pflegedienst, der Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen aller Pflegestufen zu Hause betreut, gekündigt worden. Die Betreuungshelferin habe sich geweigert, im Arbeitsvertrag vereinbarte Aufgaben zu erfüllen, hieß es zur Begründung – darunter das Waschen von Männern. Die Muslimin sieht in der Kündigung hingegen eine Benachteiligung ihres Glaubens. Laut Gericht findet das Kündigungsschutzgesetz in diesem Fall „keine Anwendung, da das Arbeitsverhältnis zum Zeitpunkt der Kündigung noch nicht mehr als sechs Monate bestanden hatte“. Die Klägerin beruft sich allerdings auf den Ausnahmefall einer sittenwidrigen Kündigung. (dpa)