Mannheim: Raser vor Gericht – Prozess wirft Schlaglicht auf Autoposer

Er soll nachts ohne Führerschein durch Mannheim gerast sein und mit seinem 400 PS starken Sportwagen fünf Autos gerammt haben – ein sogenannter Autoposer steht deswegen seit heute vor Gericht. Wegen der Unfallserie im Januar 2017 wirft die Staatsanwaltschaft dem 23-Jährigen Körperverletzung und Gefährdung des Straßenverkehrs vor. Bei der Karambolage, die ein Trümmerfeld mit drei Totalschäden
hinterließ, war ein Mann an der Halswirbelsäule verletzt worden. Der Sachschaden betrug mehr als 25 000 Euro. Der polizeibekannte
Angeklagte soll mit mindestens 86 Stundenkilometern durch eine 30er-Zone gefahren sein. Zum Prozessauftakt räumte er die Tat ein und
entschuldigte sich. Im März 2017 war er erneut ohne Führerschein erwischt worden. Die Anklage wirft dem Mann aus Heidelberg deswegen auch vorsätzliches Fahren ohne Fahrerlaubnis vor. Diesen Fall bestritt der Angeklagte jedoch. Die Verhandlung im Amtsgericht Mannheim wirft ein Schlaglicht auf die Poser-Szene im Südwesten – damit bezeichnen die Behörden Autobesitzer, die mit aufheulenden Motoren an belebten Plätzen vorbeifahren, um mit ihren meist getunten Wagen zu posieren. dpa/feh