Mannheim: Sanierung des Nationaltheaters kostet 185 Mio Euro

Die Generalsanierung des Nationaltheaters Mannheim kostet voraussichtlich 185 Mio Euro. Das teilt die Stadt Mannheim am Donnerstagabend mit. Aktuell befindet sich das Projekt in der Vorplanung, es handele sich erstmals um eine „realistische Kostenschätzung vom beauftragten Planungsteam“. Sie ergibt sich aus einem derzeit geschätzten Sanierungsaufwand von 86 Millionen Euro, einem Aufschlag von 7,5 Prozent an möglichen Preissteigerungen sowie einem Risikoaufschlag von 30 Prozent für unvorhersehbare Kosten. Hinzu kommen 30 Prozent Nebenkosten für Planung und Steuerung sowie 19 Prozent
Mehrwertsteuer, heißt es.

Die Kosten für die angenommenen Sanierungsmaßnahmen für Brandschutz und zu erneuernde Bühnentechnik sind dabei auf die maximalen Anforderungen nach derzeitigem Stand berechnet worden. Die Kostenschätzung des Mannheimer
Architekturbüros Schmucker und Partner, das das Planungsteam leitet, beruht dabei bereits auf konkret ermittelten Flächen und Bauteilen sowie aktuellen Kostenkennwerten. Hinzu müssen noch die notwendigen Investitionen in die benötigten
Interimsspielstätten addiert werden. Aufgrund der derzeitig teilweise noch nicht abschließend definierten Konzeption der Auslagerung wird von einem weiteren zweistelligen Millionenbetrag ausgegangen. Dabei wird berücksichtigt, dass nach den derzeitigen Erkenntnissen von einer Schließzeit des Theatergebäudes am Goetheplatz von vier Jahren auszugehen ist.

„Dieser Stand der Kostenermittlung verdeutlicht, dass die Stadt Mannheim die Sicherung der Zukunft des Nationaltheaters alleine nicht wird tragen können. Wir werden über finanzielle und strukturelle Perspektiven mit dem Land die Gespräche auf dieser Basis intensivieren“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz. Erster Bürgermeister Christian Specht und Kulturbürgermeister Michael Grötsch kündigen an, dass die Planungsvorlaufkosten im Haushaltsentwurf dargestellt werden sollen.

Mit dem Büro Schmucker wurde vereinbart, dass bis Dezember 2017 auf der Basis dieser Kostenschätzung eine Kostenberechnung vorliegen soll. Im Vorfeld der 2018 zu treffenden Entscheidung wird die Stadtverwaltung im Anschluss auf den Gemeinderat zukommen. Dies ist erforderlich, um sowohl die Interimsmaßnahmen weiter vorbereiten als auch den bislang angenommenen Zeitrahmen des Sanierungsbeginns 2020/21 halten zu können. „Uns ist es wichtig, dass die am letzten Freitag vorgestellte Kostenschätzung für eine Theatersanierung umgehend dem Gemeinderat und der Öffentlichkeit mitgeteilt wird. Dies schließt keine inhaltliche Festlegung einer Sanierungsentscheidung ein. Hierzu bedarf es der Kostenberechnung, die im Dezember vorliegen wird. Dann wird auch über das weitere Vorgehen diskutiert werden“, erläutert Kulturbürgermeister Michael Grötsch das weitere Vorgehen. (wg)