[Aktualisiert] Mannheim: Schlägerei zwischen rivalisierenden Gruppen ruft Polizei auf den Plan

Rivalisierende Gruppen haben sich am Freitag Abend im Mannheimer Stadtteil Jungbusch mehrere Scharmützel geliefert. Drei Verdächtige wurden festgenommen, eine Schusswaffe sichergestellt. Ob es sich um eine scharfe Waffe oder eine Schreckschusswaffe handelt, war am Abend noch nicht klar. Die Ermittlungen laufen.

„Die Lage ist noch immer unübersichtlich“, sagte Polizeisprecher Markus Winter gegen 22:45 Uhr auf RNF-Anfrage: „Es waren heute Abend 35 Polizeistreifen aus Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen im Jungbusch im Einsatz, zusätzlich der Einsatzzug. Jeder Beamte hat irgendetwas gehört oder etwas mitbekommen, jeder wird einen Bericht abliefern. Das müssen wir alles erst einmal ordnen und aufbereiten. Das kann noch einen Moment dauern.“

Klar ist zur Stunde nur, dass sich am Abend mindestens zwei verfeindete Gruppen mächtig ins Gehege gerieten. Zunächst seien gegen 18:30 Uhr 30 bis 40 Personen mit Baseballschlägern und Stuhlbeinen aufeinander los gegangen. Der Verdacht, dass auch Messer im Spiel waren, hat sich zunächst nicht erhärtet. Als die Polizei dazu kam, hätten sie voneinander abgelassen – aber nur, um wenige Minuten später im Bereich der Beilstraße/Dalbergstraße noch einmal übereinander herzufallen. Gegen 19:15 Uhr entwickelte sich zwischen 20 bis 25 Personen wiederum eine Schlägerei, während der auch Schüsse gefallen sein sollen. Das berichteten Augenzeugen im Gespräch mit einem RNF-Reporter. Wie gefährlich diese Schüsse waren, ob sie aus einer scharfen Waffe kamen oder aus einer Schreckschusspistole, ist nun Gegenstand der Ermittlungen. RNF-Informationen zufolge stellten die Ermittler eine Patronenhülse sicher. Es ist noch nicht klar, ob sie mit den Auseinandersetzungen in Zusammenhang gebracht werden kann.

Vier Personen seien schwer verletzt worden und kamen ins Krankenhaus, bestätigte die Polizei frühere Angaben des Rettungsdienstes. Sieben der Kontrahenten wurden ambulant behandelt.

Von den drei festgenommenen Verdächtigen erhoffen sich die Ermittler nun Kenntnisse zu den Hintergründen der Auseinandersetzungen.

Ursache der Massenkeilerei sei eine Attacke von fünf Angreifern auf zwei Männer am Nachmittag kurz nach 17 Uhr gewesen sein, so die Polizei. Nach dem bisherigen Stand der Informationen wurden die beiden Opfer mit einem Schlagstock traktiert. Als die Polizei hinzukam, hätten sie „kein Interesse an einer strafrechtlichen Verfolgung“ gehabt, sagt der Sprecher der Polizei. Sie hätten aber angedeutet, dass die ganze Sache noch ein Nachspiel haben würde.

Daraufhin verstärkte die Polizei die Kräfte im Jungbusch, konnte aber nicht verhindern, dass die Kontrahenten aufeinander los gingen. Konkrete Angaben zur Nationalität der rivalisierenden Gruppen konnte die Polizei noch nicht machen.

„Wie gesagt: Wir sind noch dabei alle Informationen zu ordnen und Zusammenhänge herzustellen“, betonte Markus Winter. „Es können sich durchaus noch weitere Erkenntnisse oder auch Wendungen ergeben.“

Hinweis: Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald uns weitere Informationen vorliegen. (rk, Stand: 23:15 Uhr / Bilder: RCS)