Mannheim: „Schmerzhafte Einschnitte“ bei Bombardier

Die Mitglieder der IG Metall bei Bombardier in Mannheim akzeptieren Gehaltskürzungen. Am Freitagabend  stimmten sie über die Annahme des Tarifergebnisses zum Ergänzungstarifvertrag ab. 89,6 % waren für die Annahme des Tarifergebnisses, teilt die Gewerkschaft mit.

IG Metall und Arbeitgeber hatten sich letzte Woche auf drn Erhalt des Produktionsstandorts in Mannheim geeinigt und im Gegenzug tarifvertragliche Abweichungen vereinbart. „Wir haben die Regelungen des Ergänzungstarifvertrags diese Woche in allen Abteilungen mit den rund 1000 Beschäftigten am Standort Mannheim diskutiert. Die tariflichen Einschnitte sind sehr schmerzhaft, aber wir haben mehrheitlich Zustimmung erhalten, das zeigt auch die heutige Abstimmung unter den Mitgliedern der IG Metall,“ sagt Klaus Stein, Verhandlungsführer und 2. Bevollmächtigter der IG Metall Mannheim.

Kern des Abweichungstarifvertrags sei die Sicherung des Produktionsstandorts bis mindestens zum 31.03.2019, heißt es. Betriebsbedingte Kündigungen dürften in dieser Zeit nicht ausgesprochen werden. Die Leistungszulage aller Beschäftigten bei Bombardier in Mannheim wird um 2,5 Prozentpunkte  abgesenkt (der Durchschnitt der Leistungszulage liegt zurzeit bei 15 % des Grundentgelts). Zukünftige Tariferhöhungen werden weitergegeben.

Die Beschäftigten, die direkt von der Schließung bedroht waren, müssen ab 1. Januar 39 Stunden pro Woche arbeiten, ab 2017 beträgt die wöchentliche Arbeitszeit in diesen Bereichen 38,5 Stunden, so die Gewerkschaft.

In Mannheim entwickelt und fertigt Bombardier Antriebstechnik für Lokomotiven, Triebzüge und Straßenbahnen. Darüber hinaus steht der Standort auch für Projekt-Management, Marketing, Vertrieb und Flottenmanagement für Lokomotiven, Personenverkehr, Signal- und Leittechnik sowie den Bereich Services, teilt das Unternehmen mit. (wg / Foto: Bombardier)