Mannheim: SV Waldhof gewinnt 1:0 gegen Kickers Offenbach, nach dem Spiel Auseinandersetzungen

(Aktualisiert 22  Uhr) Der SV Waldhof hat den Klassiker gegen Kickers Offenbach am Nachmittag mit 1:0 gewonnen. Das entscheidende Tor vor knapp 10.000 Zuschauern im Carl-Benz-Stadion erzielte Ajdin Zeric in der 72. Minute mit einem starken Freistoß aus fast 30 Metern.

Damit sicherte er einen glücklichen Sieg der Hausherren. Noch in der ersten Halbzeit war Offenbach die spielbestimmende Mannschaft gewesen mit gleich mehreren guten Chancen, der Waldhof über weite Strecken stark unter Druck und mit großen Problemen im Spielaufbau. In der zweiten Hälfte bekam der SVW allerdings immer mehr Zugriff auf die Partie.

Choreo des SV Waldhof-Fanblocks

In der Schlussphase, als die Offenbacher nochmal alles nach vorne warfen, ergaben sich für die aufopferungsvoll kämpfenden Waldhöfer mehrere gute Konterchancen, die sie jedoch allesamt ungenutzt ließen. Trotzdem retteten sie den Vorsprung über die Zeit – entsprechend laut und lang fiel die Jubelfeier von Fans und Mannschaft aus. Die Blau-Schwarzen klettern mit diesem Sieg gegen den Erzrivalen auf Platz 6 in der Regionalliga Südwest.

Trotz aller Appelle: Friedlich ging das Duell der Erzrivalen nicht über die Bühne. Blieb es vor der Partie nach Polizeiangaben weitestgehend ruhig (am Hauptbahnhof zündeten Offenbacher Fans Pyrotechnik), durchbrachen in der Halbzeitpause einige blau-schwarze Krawallbrüder ein Sicherheitstor zwischen Block A und der Gästetribüne des Carl-Benz-Stadions. Als die Beamten dazwischen gingen, um die Konfrontation zwischen den verfeindeten Fangruppen zu verhindern, wurden sie mit Holzpfosten beworfen, mit denen in diesem Bereich eigentlich junge Bäume gestützt werden.  Nach der Partie kam es in der Nähe des Stadions zu Auseinandersetzungen zwischen Hooligans und der Polizei, die die Offenbacher zurück zum Bahnhof geleitete. Die Randale-Brüder bewarfen am Soccer-Center die Beamten mit Flaschen und Böller und zündeten Pyrotechnik. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Pfefferspray ein gegen die Krawallos, die in einem Umfeld von „etwa 500 Waldhof-Fans“ (Polizeisprecher Martin Boll)  Schutz fanden – allen Aufrufen der Fan-Initiative „Pro Waldhof“ zum Trotz, Übeltätern keine Deckung zu gegen. Acht Personen wurden festgenommen.

Gegen 17:45 Uhr kam der Tross der Offenbacher Fußball-Fans am Bahnhof an, von wo wenige Minuten später ihre Züge Richtung Hessen starten sollten. Die Polizei hielt rivalisierende Waldhof-Fans, die ebenfalls zum Bahnhof gekommen waren, auf etwa 50 Metern Abstand, um weitere Reibereien zu verhindern.

Die Partie hatte am Mittag mit einer dreißigminütigen Verspätung begonnen, weil ein Zug aus Offenbach nicht rechtzeitig am Hauptbahnhof Mannheim ankam. Nicht alle der gut 1.000 Fans aus Hessen hatten den Sonderzug in Anspruch genommen.

Etwa 1.300 Polizisten – 450 Beamte der Bundespolizei und 850 der Landespolizei – sicherten den Fußweg der Offenbacher Fans ins Carl-Benz-Stadion. Unter anderem standen zwei Wasserwerfer bereit. Außerdem waren Hubschrauber, Hundestaffel und Reiterstaffel im Einsatz. Anpfiff war erst gegen 14:30 Uhr.

Der massive Polizeieinsatz rührt auch von früheren Erfahrungen mit den beiden rivalisierenden Fanlagern her. Beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften am 13. Mai 1999 kam es zu Ausschreitungen unter den Fans. Es gab damals mehr als 100 Verletzte und über 100.000 Mark Schaden. (hb/wg/rk)