[Aktualisiert mit VIDEO] Mannheim: Nach Zugunfall alle 14 Verletzten aus Klinik

VIDEO: Nach dem Zugunglück in Mannheim, vom 04. August 2014

 

VIDEO: Zugunglück in Mannheim, vom 02. August 2014

Update Montag, 4. August, 16:00 Uhr: Alle 14 Verletzten, auch die vier Schwerverletzten, konnten zwischenzeitlich aus den Krankenhäusern entlassen werden. Das teilte die Bundespolizei Karlsruhe auf Anfrage mit. Die Ermittlungen zur Unfallursache seien in vollem Gange. Noch können diePolizei aber keine Angaben zu den Gründen machen, warum der EC 216 und der Güterzug zusammengestoßen seien. Unterdessen gab die Bahn am Nachmittag konkrete Fahrplanänderungen wegen der laufenden Reparaturarbeiten im Mannheimer Hauptbahnhof bekannt. Hier die Mitteilung im Wortlaut:

Einschränkungen im Zugverkehr nach Unfall in Mannheim Hbf

(Stuttgart, 4. August 2014, Stand 15.00 Uhr) Nach dem Unfall Im Mannheimer Hauptbahnhof hat sich die Verkehrslage weiter entspannt. Die Reparaturarbeiten laufen, es kommt noch zu folgenden Einschränkungen im Zugverkehr:
Regionalverkehr:
Die Züge der Linien RE 1/2 (Heilbronn–Mannheim) entfallen auf dem Abschnitt Heidelberg–Mannheim. Fahrt nach/von Mannheim Hbf mit den S-Bahn-Linien
S 1 bis S 4.
RB 38852 Mannheim–Mannheim-Käfertal–Biblis entfällt.

Fernverkehr:
Die ICE der Linie 20 (Zürich–Karlsruhe–Mannheim–Frankfurt–Hamburg) und die IC der Linie 30 (Zürich–Karlsruhe–Mannheim–Köln–Hamburg) fahren über Heidelberg (Ersatzhalt). Der Halt in Mannheim Hbf entfällt. Fahrt nach/von Mannheim Hbf mit den S-Bahn-Linien S 1 bis S 4.
ICE 676 (Basel–Mannheim) fällt zwischen Karlsruhe und Mannheim aus.
ICE 777 Mannheim Hbf–Stuttgart Hbf fällt aus.
ICE 1114 (Stuttgart–Mainz) wird ab Heidelberg über die Main-Neckar-Bahn umgeleitet. Die Halte in Mannheim Hbf und Worms Hbf entfallen.

Auf allen nicht genannten Verbindungen verkehren die Züge planmäßig.

Die Deutsche Bahn empfiehlt allen Fahrgästen, sich auf www.bahn.de sowie über die mobilen Apps über ihre Reiseverbindungen zu informieren und bittet für entstehende Unannehmlichkeiten um Entschuldigung. Die Bahn informiert über die weitere Entwicklung.

Update Montag, 4. August, 13:15 Uhr:

Nach dem Zugunglück in Mannheim sind fast alle Verletzten aus dem Krankenhaus entlassen worden. Nur eine Person sei noch in einer Klinik, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei am Montag. Sie solle aber im Laufe des Tages ebenfalls wieder nach Hause können. Von den 35 Verletzten seien zunächst 14 Menschen ins Krankenhaus gekommen. (cag/dpa/lsw)

Update Montag, 4. August, 11:45 Uhr: Die Aufräumarbeiten sind abgeschlossen, die Gleise am Mannheimer Hauptbahnhof sind wieder freigeräumt. Eine Bahn-Sprecherin informierte, dass die Bergungsarbeiten gegen einUhr in der vergangenen Nacht abgeschlossen werden konnten – 27 Stunden nach dem Beginn am Samstagabend. Zuletzt seien die beiden umgekippten Personen-Waggons aufgestellt und auf ein Abstellgleis verfrachtet worden. Jetzt gehe es darum, die beschädigten Gleisanlagen, die Signaltechnik und die Oberleitungen instand zu setzen. wie lange das dauert, konnte die Bahn noch nicht mitteilen. Es müsse vorerst jedenfalls noch mit Verspätungen gerechnet werden. Die Ufallursache ist unterdessen weiterhin unklar. Wann erste Erkenntnisse veröffentlicht würden, sei noch nicht bekannt, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei am Montag. (mho/dpa)

Update Sonntag, 3. August, 21:15 Uhr: Knapp 24 Stunden nach dem Beginn der Räumung der Unfallstelle im Mannheimer Hauptbahnhof sind die betroffenen Gleise immer noch nicht frei.Wann der Betrieb wieder reibungslos läuft, ist noch unklar. Inzwischen sei der Güterzug bis auf die Lok abtransportiert, sagte ein Bahnsprecher am späten Sonntagnachmittag. Zudem sei der letzte entgleiste Waggon des Personenzuges geborgen worden. Der Räumungstrupp muss jetzt die beiden umgestürzten Waggons des Eurocity aufrichten. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis in die Nacht zum Montag. Anschließend können die beschädigten Gleisanlagen, die Signaltechnik und die Oberleitungen instand gesetzt werden. Die Reparaturarbeiten werden nach Angaben der Bahn voraussichtlich bis Anfang kommender Woche dauern. Bis dahin müssen sich Reisende noch auf geringfügige Einschränkungen im Zugverkehr rund um den Mannheimer Hauptbahnhof einstellen, heißt es. Davon betroffen dürfte am Montagmorgen auch der S-Bahn-Verkehr sein, mit der Bahn reisende Berufspendler sollten sich auf Verspätungen einstellen. Sie bewegten sich am Wochenende im Bereich von maximal zehn Minuten. Bei der Suche nach der Ursache ermittelt die Polizei in alle Richtungen. Dies könnte einige Zeit dauern. Experten der Bundespolizei und der Unfalluntersuchungsstelle des Bundes sicherten am Wochenende Spuren. Die Spezialisten beschäftigt vor allem die Frage, warum der Güterzug den Eurocity seitlich rammte. Laut Bundespolizei wird geprüft, ob dabei eine Weiche eine Rolle gespielt haben könnte. Die Bahn-Spezialisten überprüften unter anderem den Betriebsablauf, außerdem müsse den Angaben zufolge untersucht werden, ob die Signale und die Fahrzeuge richtig funktionierten. Ob der Lokführer des Güterzugs zum Bremsen aufgefordert worden war, konnte am Sonntag niemand sagen. Auch zur Schadenshöhe konnte die Bahn noch keine Angaben machen. (mho/dpa)

Update Sonntag, 3. August, 10:30 Uhr: Nach arbeitsreicher Nacht ergibt sich am Sonntagvormittag folgender Stand der Dinge: Die Aufräumarbeiten sind zunächst, wie berichtet, unterbrochen. So könnten die Verantwortlichen eine Pause einlegen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Von 13.00 Uhr an soll der Abtransport der Güterzuglok sowie eines entgleisten, aber stehenden Waggons des Eurocitys sowie dessen zwei umgekippten Waggons vorbereitet werden. Dazu müssten Oberleitungen beiseitegeschafft werden. Gegen 14.00 Uhr sollen tonnenschwere Kräne aus Leipzig und Fulda zum Einsatz kommen und die Waggons auf die Gleise hieven. Ziel sei es, die Strecke noch am Sonntag wieder freizukriegen. Die Ursache des Zugunglücks ist noch immer unklar. Bis 6.30 Uhr waren die Lok des Eurocitys und die transportierfähigen Waggons beider Züge weggezogen worden. Die heruntergefallenen Container des Güterzugs seien ebenfalls weggeräumt worden, sagte der Bahn-Sprecher. Rund 40 Menschen seien an den langwierigen Aufräumarbeiten beteiligt. (mho/dpa)

Update Sonntag , 3.8. 6:30 Uhr

Der Notfallmanager der Deutschen Bahn entschied, die Bergungsarbeiten bis 14:00 Uhr zu unterbrechen. Wie es heißt, müssen erst Stromleitungen, die sich über der Lokomotive befinden, zur Seite gezogen werden. Im Laufe der Nacht konnten die verunglückten Container und Güterzugwaggons geborgen werden. (RCS)

Update Sonntag , 3.8. 4:30 Uhr

Die Bergungsarbeiten an den verunglückten Zügen im Hauptbahnhof Mannheim gestalten sich schwieriger als gedacht.  Zur Stunde probiert der Bergungstrupp, die Lokomotive des Güterzugs wieder auf die Gleise zu heben. Erst wenn dies gelungen ist, kann die Bergung an den beiden auf der Seite liegenden Personenwaggons beginnen. Laut eines Mitarbeiters des Bergungstrupps muss vermutlich auch ein Teil der Oberleitung abgebaut werden, damit der Kran den benötigen Winkel erreicht, um die 90 Tonnen schwere Lok anzuheben.  (RCS)

Update Sonntag, 3.8., 0:00 Uhr

Mittlerweile ist der mit zwei 75 t Kränen besetzte Notfallzug der Deutschen Bahn im Hauptbahnhof Mannheim eingetroffen. Fachleute überprüfen nun das Gleisbett, bevor das schwere Bergungsgerät an den Unglücksort gefahren werden kann. Wie es von Seiten eines Mitarbeiters der Deutschen Bahn heißt, geht man davon aus, dass die Bergungsarbeiten bis weit in den Vormittag dauern.  Bei der Bergung sollen die Waggons angehoben und wieder in die Gleise gestellt werden. Die abgerissenen Achsen werden durch spezielle Unterbauten ersetzt, so dass man die verunglückten Waggons dann auf ein stillgelegtes Gleis schleppen kann.  (RCS)

Erfahren Sie mehr über unsere Berichterstattung zur Bergung in diesem Blog-Beitrag (klick).

Update Samstag, 2.8., 22:35 Uhr: Früher als erwartet, beginnen noch am Abend die Bergungsarbeiten im Mannheimer Hauptbahnhof. Die Bundespolizei schloss ihre Ermittlungen vor Ort gegen 18 Uhr ab und gab die von dem Zugunfall betroffenen Gleise zur Räumung frei. Jetzt sind zwei Züge mit Spezialkränen unterwegs, die die umgekippten Waggons heben sollen. Sie werden gegen 23 Uhr an der Unfallstelle erwartet. Experten gehen davon aus, dass die Bergung mehrere Stunden in Anspruch nimmt. Probleme könnte das dicht geflochtene Hochspannungsnetz über dem Gleisbereich bereiten, weil durch die Verdrahtung der Zugriff der Kräne auf die Waggons erschwert werden könnte. Nach wie vor ungeklärt sind laut Bundespolizei Unfallursache und Schadenshöhe. Obwohl den ganzen Tag über drei der zehn Gleise im Mannheimer Hauptbahnhof gesperrt waren, kam es nach Angaben der Deutschen Bahn zu keinen nennenswerten Zugausfällen. Die Verspätungen insbesondere im Nahverkehr lagen, so heisst es, bei fünf bis zehn Minuten. (mho)

Update Samstag, 2.8., 11:10Uhr: Nach dem schweren Zugunglück im Mannheimer Hauptbahnhof hat die Bundespolizei die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen. Noch könne man aber nicht erklären, wie es zu dem Zusammenstoß des Eurocity 216 mit 250 Passagieren an Bord und des Güterzuges kommen konnte, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei gegenüber RNF. Ihren Angaben zufolge konnten von den 14 Verletzten, die in Kliniken versorgt werden mussten, inzwischen vier das Krankenhaus verlassen. Im Mannheimer Hauptbahnhof seien die Gleise 1 bis 3 nach wie vor gesperrt, Gleis 4 sei eingeschränkt befahrbar. Die Bergung der Wrackteile auf den Gleisen werde definitiv nicht heute beginnen, sagte die Sprecherin. Zur Schadenshöhe konnte sie noch keine Angaben machen.

Bild: Am Tag nach dem Unglück haben die Aufräumarbeiten noch nicht begonnen. Experten der Unfalluntersuchungsstelle des Bundes und der Bundespolizei ermitteln die Ursache des Unfalls. (Bilder: Siegelmann)

Nach Angaben der Deutschen Bahn halten sich die Beeinträchtigungen durch die Gleissperrungen im Mannheimer Hauptbahnhof in Grenzen. Im Fernverkehr müssten die Reisenden mit Verspätungen von sechs bis acht Minuten rechnen. Die Nahverkehrsverbindung von Heilbronn nach Mannheim ende vorzeitig in Heidelberg, ein Bus-Ersatzverkehr sei eingerichtet. Auch die Verbindung von Worms nach Mannheim-Friedrichsfeld sei betroffen, sie ende im Ludwigshafener Hauptbahnhof. Im Fernverkehr muss den Angaben zufolge nur die Intercity-Linie 30 von Stuttgart über Köln nach Hamburg umgeleitet werden, und zwar von Heidelberg über Darmstadt nach Mainz.

Im S-Bahn- und Regionalverkehr komme es auf den einzelnen Linien zu Verspätungen bis zu zehn Minuten. (mho)


 

Hier die Pressemitteilung der Deutschen Bahn vom Vormittag im Wortlaut:

Einschränkungen im Nah- und Fernverkehr nach Unfall in Mannheim Hbf

S1, S2, S3, S4 fahren wieder zwischen Heidelberg und Ludwigshafen

(Berlin, 2. August 2014, Stand 6.40 Uhr) Nach der Entgleisung des EC 216 im Mannheimer Hauptbahnhof am gestrigen Abend sind 3 Gleise noch teilweise gesperrt. Daher kommt es zu Umleitungen und Teilausfällen im Regional- und Fernverkehr.

Nahverkehr:

  • Die Züge der S1, S2, S3, S4 verkehren seit heute morgen wieder zwischen Heidelberg und Ludwigshafen. Wegen der eingeschränkten Gleiskapazität im Mannheimer Hauptbahnhof werden die Züge der S1, S2, S3, S4 auf der Strecke zwischen Heidelberg und Mannheim in Schifferstadt bzw. Ludwigshafen zusammengekoppelt. Sie fahren daher nicht im gewohnten Takt.

Bei folgenden Verbindungen wird Mannheim Hbf weiterhin nicht angefahren:

  • Die Verbindungen der Linie RE 1 (Heilbronn–Mannheim) wenden vorzeitig in Heidelberg. Zwischen Mannheim Hbf und Heidelberg Hbf ist ab 7 Uhr ein Busnotverkehr eingerichet.
  • Die Züge der RB 44 (Worms–Friedrichsfeld) enden vorzeitig in Ludwigshafen Hbf tief und wenden dort.

Fernverkehr:

  • Die ICE-Verbindungen werden ab Hockenheim über Schwetzingen nach Mannheim Hbf umgeleitet. Daher ist mit Verspätungen zu rechnen.
  • Die IC-Verbindungen der Linie 30 (Hamburg–Köln–Stuttgart) verkehren von Heidelberg über Darmstadt nach Mainz. Mannheim Hbf wird nicht angefahren.

Die Deutsche Bahn empfiehlt allen Fahrgästen, sich auf www.bahn.de sowie über die mobilen Apps über ihre Reiseverbindungen zu informieren und bittet um Entschuldigung für entstehende Unannehmlichkeiten.


 

Die Zusammenfassung der Kollegen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zum Unglück können Sie auf unserer Seite hier nachlesen.

 


 

RNF-Berichterstattung vom Freitag, 1. August 2014:

Im Mannheimer Hauptbahnhof hat ein Güterzug einen Personenzug gerammt. Es sind zwei Waggons des Eurocity umgekippt. Sie waren nach Angaben der Feuerwehr mit rund 110 Passagieren besetzt. Vier Menschen sind schwer verletzt worden, rund 40 weitere leicht. In Lebensgefahr schwebt, wie es heißt, niemand. Kurz nach dem Unglück, das sich gegen 20.50 Uhr ereignet hatte, war noch von einem Schwerverletzten und elf Leichtverletzten die Rede.

Nach Angaben der Bahn fuhr der Güterzug eines privaten holländischen Unternehmens dem EC 216, der auf dem Weg von Graz nach Saarbrücken war, aus zunächst ungeklärter Ursache schräg in die Seite. Der Hauptbahnhof wurde gesperrt, über 200 Rettungskräfte waren im Einsatz. Der Güterzug war laut Bahn auf dem Weg von Duisburg nach Sopron in Ungarn. Bei einem Waggon des Güterzuges handelte es sich um einen Gefahrguttransporter der Chemikalien geladen hatte. Dieser Waggon wurde nach Angaben der Feuerwehr nicht beschädigt, der Einsatzleiter sprach von einem „großen Glück“.

Bei dem Güterzug entgleisten die Lokomotive und die ersten zwei Wagen. Container fielen herunter. Bei dem Eurocity entgleisten insgesamt fünf der neun Wagen, hieß es von der Bahn. Der Zusammenstoß sei wohl deshalb vergleichsweise glimpflich ausgegangen, weil die Züge in diesem Bereich sehr langsam unterwegs seien, sagte der Feuerwehrsprecher.

Die Gleise 1-4 bleiben das gesamte Wochenende über gesperrt. Es kommt zu erheblichen Behinderungen im Zugverkehr.

Die Bahn richtete eine Telefon-Hotline mit der Nummer 0800 3 111 111 für Angehörige der Verletzten und der übrigen Zuginsassen ein.

Tweets von der Pressekonferenz am Mannheimer Hauptbahnhof, die um 23.40 Uhr zuende ging, von unserem Reporter vor Ort Ralph Kühnl. Abrufbar unter:
http://twitter.com/ralphkuehnl

Eine Zusammenfassung der Ereignisse im Mannheimer Hauptbahnhof sehen Sie ab 3 Uhr stündlich im Programm von RNF.

(mho/asc/feh)