Drogen-Razzia in der Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge

Um 6:30 Uhr fuhren drei Lastwagen mit heruntergeklappten Hebebühnen vor die Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge kurz LEA in Mannheim vor. Auf der Ladefläche – Einsatzkräfte der Polizei. Blitzschnell stürmten die rund 250 Polizeibeamten das Gebäude in der Industrie-/Ecke Pyramidenstraße im Stadtteil Neckarstadt-West. Mit dabei auch mehrere Spezialhunde. Im Visier hatten die Hundertschaften einen mutmaßlichen Drogenring, der nach den bisherigen Ermittlungen aus dem Asylbewerberheim heraus operierte. Der Razzia ging eine monatelange Observierung unter anderem in der Mannheimer Innenstadt und Neckarstadt voraus. Dabei folgte die Polizei Hinweisen aus der Bevölkerung auf einen teilweise „offenen“ Handel mit Cannabis, Kokain und Amphetamin.

Die Einsatzkräfte vollstreckten 19 der 23 Haftbefehle. Die Verdächtigen sollen Mitglieder eines aus Gambia stammenden Drogenrings sein. Acht von ihnen wurden in Mannheim festgenommen. Nach Polizeiangaben wird gegen rund 100 weitere Personen ermittelt. Die Polizei-Razzia fand zeitgleich in 25 Flüchtlings-Unterkünften im ganzen Bundesland statt, darunter drei in Hemsbach, zwei in Heidelberg, sowie je eine in Sinsheim, Spechbach und Wiesloch.