Herzblut für alle: Mannheimer Technoseum bietet Führung für Seh- und Hörgeschädigte an

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Anmoderation

Seit vergangenem November ist im Mannheimer Technoseum die große Landesausstellung Herzblut zu sehen. Die Geschichte der Medizintechnik fasziniert viele Zuschauer – und deshalb legt das Team des Museums auch Wert darauf, die Ausstellung verschiedenen Besuchergruppen zugänglich zu machen. Wir haben eine Führung für Sehgeschädigte udn eine Führung für Hörgeschädigte begleitet. Den gesamten Text des Beitrags zum nachlesen finden Sie in unserer Mediathek, wenn Sie den Beitrag anklicken.

Moderation

Nicht jeder kommt gesund auf die Welt. Für Menschen mit körperlichen Einschränkungen, gibt es dank der Medizintechnik Möglichkeit, gewisse Defizite auszugleichen. Ganz gleich, ob diese von Geburt an bestehen, oder durch Krankheiten oder Unfälle verursacht werden – Hilfsmittel erlauben den Betroffenen, an Alltagssituationen teilzuhaben. Im Technoseum in der Ausstellung Herzblut sind einige dieser medizintechnischen Objekt zu sehen.. Ganz klar, dass es deswegen auch spezielle Führungen für Menschen mit Behinderungen gibt, um ihnen diese Ausstellung zugänglich zu machen.

Off-Text

Das Interesse ist groß – die Führung für Hörgeschädigte wird gerne angenommen. Denn eine Dolmetscherin für Gebärdensprache begleitet die Gruppe. Die Besucher sind ganz unterschiedlich – viele von ihnen tragen ein Chochlea Implantet. Diese Innenohrprothese erlaubt Menschen, denen ein normales Hörgerät nicht hilft, Geräusche wahrzunehmen. Manche lesen von den Lippen ab, andere folgen der Übersetzung.

O-Ton: Ursula Soffner

Es ist schwierig eine Führung zu finden, die eine Ahnung davon hat, was Hörbehinderte brauchen. Viel Licht,, deutliches Mundbild und für manche mit Gehörlosigkeit auch einen Gebärdensprachen Dolmetscher. Insofern hab ich dieses Angebot auch sehr gerne angenommen.

O-Ton: Gerd Gierhake

Die Führerin hat ja sehr laut und sehr deutlich gesprochen. Ich hab jedes Wort verstanden. Ich beherrsche auch die Gerbärdensprache nicht, dieses Angebot hätte mir nicht weitergeholfen.

O-Ton: Josic Zeljko

Off-Text

Viele Informationen werden in der Ausstellung weitergegeben. Für die Simultanübersetzerin ist das eine Herausforderung.

O-Ton: Sara Lohoff, Gruppenführerin

Bei den Hörgeschädigten ist ja die Herausforderung vor allem, dass die Leute nicht unbedingt gleichzeitig Hören und gucken können, was Besucher ja manchmal gerne machen, dass sie schon mal gucken und man selber erzählt und sie hören einem zu. Sondern wenn sie von den Lippen ablesen müssen sie sehr konzentriert zuschauen oder auf die Dolmetscherin achten. Die Menschen brauchen dann noch Zeit um ein bisschen zu gucken. Dass man eben schaut, dass man alles unter einen Hut bekommt.

Off-Text

Die Sehgeschädigten haben natürlich ganz andere Bedürfnisse. Viele Dinge zum Anfassen sind in das Konzept der Führung eingebunden. So bekommen die Besucher Nachbildungen von Original Objekten direkt in die Hand. Und einige Ausstellungsstücke, an denen sonst berühren verboten steht, dürfen ausnahmsweise erkundet werden. Die Dimension einer Eisernen Lunge, in der Menschen mit Atemwegslähmung beatmet wurden, beeindruckt jeden Besucher.

O-Ton: Luitgard Mayer

Man hat normalerweise nicht die Möglichkeit, solche Gerätschaften in der Hand zu halten. und das ist für uns alles wirklich sehr interessant zu wissen, wie es in einer Arztpraxis aussieht, welche Gerätschaften an einem ausprobiert werden oder mit welchen Gerätschaften man geholfen kriegt. Also von daher ist es für uns sehr interessant.

O-Ton: Christa Schön

Mir hat sehr gut gefallen, dass man viele Dinge in die Hand nehmen konnte und dass die Kollegin das sehr gut erklärt hat

Off-Text

An einigen Stationen geben Hörbeispiele einen Einblick in die Welt der Medizintechnik – und auch die fest installierten Mitmachstationen sind für die Teilnehmer der Führung spannend. Das Angebot ist bei den Zielgruppen angekommen. Das Technoseum ist zufrieden mit der Resonanz.

O-Ton Florian Hallbauer

Wir merken großes Interesse an den Führungen, sowohl für Sehgeschädigte als auch für Hörgeschädigte und wir bieten auch noch jeweils ein beziehungsweise zwei Termine an, an denen wie Hör und Sehgeschädigte plus Begleitpersonen einladen, sich die Ausstellung anzuschauen und Herzblut zu erkunden.

Off-Text

Bereits bei anderen Ausstellungen im Technoseum gab es Führungen für Seh- und Hörgeschädigte – ein Konzept, das sicher auch in Zukunft auf neue Projekte übertragen werden kann.