Metropolregion: Die Organisation des Turnfests geht in die heiße Phase

Es geht in den Endspurt: In zwei Wochen beginnt in der Rhein-Neckar-Region das Internationale Deutsche Turnfest. Nicht alles lässt sich im Vorfeld proben.
// Mannheim (dpa/lsw) – Heinrich Clausen hat eigentlich ein ganz gutes Gefühl, erzählt er. Die Vorbereitungen für das Internationale Deutsche Turnfest, das am 18. Mai in der Metropolregion Rhein-Neckar beginnt, sind längst in der heißen Phase. Die ganz großen Katastrophen sind bislang ausgeblieben. Die eine oder andere Sachebereite ihm aber schon noch etwas Kopfzerbrechen, erzählt der Chef der Turnfest-Geschäftsstelle in Mannheim. „Manche Dinge kann man nicht planen, die müssen dann einfach funktionieren.“

 

Mehr als 50 000 Dauerteilnehmer werden zu der einwöchigen Veranstaltung erwartet, die vom Breitensport über den Spitzensport und Bildungsangebote bis hin zu jeder Menge Unterhaltung ein buntes Programm bieten soll. Dazu sollen noch viele Tagesbesucher kommen. Der Großteil der Dauergäste aus den Turnvereinen aus ganz Deutschland wird in Schulen in Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen und Umgebung untergebracht. Die drei größten Städte der Region sind auch die Hauptveranstaltungsorte des Turnfestes.

 

Zu den Sachen, die Clausen noch etwas Kopfzerbrechen bereiten, gehört der Umbau auf dem Maimarktgelände am Rande Mannheims. Es soll einer der zentralen Anlaufpunkte des Turnfestes werden. Momentan findet dort aber noch die große Verbrauchermesse Maimarkt statt, die am 7. Mai endet. Zehn Tage bleiben also für Maimarkt-Abbau und Turnfest-Aufbau. „Da muss alles wie am Schnürchen klappen.“ Ein anderer Unsicherheitsfaktor, den die Organisatoren aber so gar nicht beeinflussen können, ist das Wetter. Viele Veranstaltungen finden im Freien statt. Und kein Mensch spielt zum Beispiel gerne Beachvolleyball, wenn es regnet. „Wenn schlechtes Wetter ist, wird es schwieriger“, sagt Clausen.

 

Eine besondere Herausforderung ist es auch, dass das Turnfest dieses Mal in einer ganzen Region stattfindet, statt wie zuletzt 2009 mit Frankfurt am Main in einer Stadt. Das bringt logischerweise mehr Abstimmungsbedarf mit sich. Auch weitere freiwillige Helfer für die Turnfest-Woche wurden bis zuletzt noch gesucht. Mehr als 50 Mitarbeiter zählt das Team um Clausen, das das große Ereignis plant und vorbereitet. Das Durchschnittsalter in der Geschäftsstelle ist eher niedrig. Auch wenn viele Mitarbeiter noch recht jung sind, muss das aber noch lange nicht bedeuten, dass sie keine Turnfest-Erfahrung hätten.

 

Sandra Bär war fünf Jahre alt, als sie 1998 ihr erstes Turnfest in München erlebte. Die Sächsin stammt aus einer Turnerfamilie. „Ich bin schon als Baby mit in die Turnhalle geschleppt worden“, erzählt sie. Die 20-Jährige hatte sich für ein Praktikum in der Geschäftsstelle beworben und arbeitet seit Februar im Bereich Marketing. Und wer glaubt, dass hier jeder zwangsläufig eine Sportskanone sein muss, ist auf dem Holzweg. Turnfest-Maskottchen Fred, der eine eigene Facebook-Seite hat, outet sich im Internet als „manchmal etwas faul“. Er sei „leider nicht gerade ein Konditionswunder“.