Mosbach: Anklage wegen Mord an Antiquitätenhändler

Mehr als ein halbes Jahr nach dem Mord an einem Antiquitätenhändler hat die Staatsanwaltschaft Mosbach Anklage gegen drei Mitglieder eines Familienclans erhoben.

Eine 62 Jahre alte Frau, die laut Mitteilung als „Oberhaupt“ fungierte, soll zwei Verwandte beauftragt haben, den Antiquitätenhändler in Lauda-Königshofen (Main-Tauber-Kreis) zu überfallen und Geld zu beschaffen. Den Tod des Opfers habe sie dabei ausdrücklich gebilligt. Die Anklage lautet auf Mord beziehungsweise Anstiftung dazu. Ein Termin für den Prozessauftakt steht noch nicht fest.

Die beiden heute 26 und 34 Jahre alten Männer sollen den 70-Jährigen Mitte Dezember in dessen Wohnung mit massiver Gewalt getötet haben. Die Polizei hatte berichtet, das Opfer sei mit einem Gipserbeil erschlagen worden. Als Motiv vermutet die Staatsanwaltschaft laut Anklage Habgier.

Bei den Ermittlungen seien zudem weitere Straftaten aufgedeckt worden. So werde die 62-Jährige des gemeinschaftlichen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und der schweren räuberischen Erpressung angeklagt. Sie soll unter anderem ihre damals 13-jährige Enkeltochter im Dezember 2012 „dazu bestimmt haben“, sich dem sexuellen Missbrauch durch einen Bekannten der Familie hinzugeben. Eine weitere Jugendliche sollte den Sex filmen, um den Bekannten wegen der Straftat zu erpressen. Mit den beiden anderen Angeklagten soll die 62-Jährige von dem Mann 200 000 Euro gefordert haben.

Dem 26-jährigen Tatverdächtigen wird zudem eine Körperverletzung zur Last gelegt. Er soll im Jahr 2012 einem Mann mit einem Messer in die Brust gestochen haben. Das Opfer überlebte. Die drei Tatverdächtigen sitzen seit geraumer Zeit in Untersuchungshaft. (dpa)