Musikhochschulen müssen sparen

Die Mannheimer SPD-Abgeordnete Helen Heberer hat die Rektoren der Musikhochschulen aufgefordert, eigene Konzepte für Stellenstreichungen zu entwickeln. „Die Rektoren sind mehr oder weniger vor vollendete Tatsachen gestellt worden“, monierte die Vorsitzende des Wissenschaftsausschusses des Landtags. Sie müssten sich nun zusammenraufen und Ideen entwickeln – ein Prozess, der im Vorfeld der Streichpläne des Wissenschaftsministeriums hätte angestoßen werden müssen. „Sparen ist richtig, aber es muss in Abstimmung mit den Betroffenen passieren.“ Das gebiete auch die Hochschulautonomie, betonte die Sozialdemokratin mit Blick auf das zweite Symposium zur Zukunft der Musikhochschulen. An der Musikhochschule in Trossingen diskutieren am Mittwoch Vertreter der Musikhochschulen und des Ministeriums sowie Experten über die Rolle der Musikhochschulen bei der kulturellen Bildung. Die von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) avisierten Einsparzahlen von 50 Professorenstellen und 500 Studienplätzen an den Standorten Freiburg, Karlsruhe, Mannheim, Stuttgart und Trossingen seien nicht in Stein gemeißelt. „Man wird aber abspecken müssen“, meinte Heberer. Dabei seien vor allem Zusatzangebote, die nicht zwingend zum Studium gehörten, ins Auge zu fassen: „Da sind kleine Leidenschaften entstanden.“ Allerdings müssten an allen fünf Standorten weiter Orchesterkurse angeboten werden. Pläne Bauers, wonach etwa in Mannheim nur noch Tanz und Jazz verbleiben sollten, seien nicht akzeptabel. Damit verlöre Mannheim den Status einer vollwertigen Musikhochschule. dpa

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