Neustadt: Enorme Völkerverluste bei rheinland-pfälzischen Honigbienen im Winter

Die Imker in Rheinland-Pfalz haben im vergangenen Winter mehr Verluste bei ihren Bienenvölkern hinnehmen müssen als üblich. «Es gibt Imker, die haben in diesem Winter alle ihre Völker verloren», sagte Klaus Eisele, der Vorsitzende des Imkerverbands Rheinland-Pfalz. Absolute Zahlen liegen für das Bundesland zwar noch nicht vor, der überdurchschnittlich hohe Verlust sei aber eine logische Folge des milden Winters 2015/2016. In solchen Jahren trete ein erhöhter Milbenbefall ein. Ein Bienenvolk besteht im Sommer aus circa 40 000 und im Winter aus etwa 10 000 Bienen. Viele der Völker seien diesmal schon im Herbst verendet, erklärte Eisele.

Der wiederum sehr kalte vergangene Winter wirkt sich zum Vorteil für die Tiere aus. «Die Bienen, die jetzt überlebt haben, haben im nächsten Winter eine gute Chance», erklärte der Vorsitzende. Derzeit gehen die Bienen in die Brut. Erste noch vereinzelte Ausflüge gebe es aber bereits. Bei Temperaturen ab etwa zehn Grad fliegen die Bienen dann wieder regelmäßig aus. Als erstes werden die Tiere die Blüten von Haselnuss, Schneeglöckchen und Weide ansteuern.

Etwa 30 000 Bienenvölker und 5000 Imker gibt es in Rheinland-Pfalz derzeit, Tendenz steigend. «Die Imkerei ist momentan im Trend, es kommen immer Neue dazu. Ein Nachwuchsproblem haben wir derzeit definitiv nicht», sagte Eisele. (lrs)