Neustadt: Gericht: 100 Tauben zu viel für Wohngebiet

In einem reinen Wohngebiet darf man nicht 100 Tauben halten. Das geht aus einem am Freitag veröffentlichten Urteil des Verwaltungsgerichts Neustadt an der Weinstraße hervor. Zwar könne die Haltung von Brieftauben in einer solchen Gegend gestattet werden. Dies gelte aber nur, solange sie ungefährlich sei, sich im üblichen Rahmen bewege und nicht über eine typische Freizeitbetätigung hinausgehe. Für einen Schlag mit 100 Tauben gelte letzteres nicht mehr, so das Gericht. In einem „reinen“ Wohngebiet gibt es nach Angaben einer Sprecherin nur Wohnhäuser und Kindergärten – anders als in einem „allgemeinen“ Wohngebiet, in dem sich auch Läden und Lokale befinden. Mit der Entscheidung wiesen die Richter die Klage eines Mannes aus Maßweiler (Kreis Südwestpfalz) ab. Der Kreis hatte ihm im Jahr 2000 gestattet, einen Taubenschlag mit Voliere für maximal 50 Tauben zu bauen. 2012 erfuhr der Kreis, dass der Mann weit über 100 Tiere hielt. 90 bis 120 davon saßen in Außenkäfigen, weitere in einem Hundezwinger. Den Antrag des Mannes, den Zwinger als Taubenschlag nutzen zu dürfen, lehnte der Kreis ab. Der Mann wollte zwar nur noch 100 Tauben halten, doch das war dem Kreis zu viel. Dagegen reichte der Taubenfreund Klage ein. (dpa/lrs)