Neustadt: Noch keine Eier der Kirschessigfliege in Trauben entdeckt

Im vergangenen Jahr sorgte sie für Angst und Schrecken unter den Winzern, in diesem Jahr hält sich die Kirschessigfliege sehr zurück. An Him- und Brombeeren wurden aber schon Eier gefunden. Die Kirschessigfliege, im vergangenen Jahr der Schrecken vieler Winzer, macht im rheinland-pfälzischen Weinbau derzeit keinen Stich. Bei der ersten Probe dieses Jahres habe man bei einzelnen Trauben keine Eier des Schädlings entdeckt, sagte Friedrich Louis vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz in Neustadt der Deutschen Presse-Agentur. Auch von Kollegen in anderen Landesteilen habe er darüber noch nichts gehört. „Ich hoffe, dass es so bleibt.“ 2014 hatten die Experten um diese Zeit – Anfang August – Eier der Fliege an den Beeren gefunden. Die Fliegen hatten damals große Schäden im Weinbau angerichtet. Die weiblichen Tiere der ursprünglich aus Asien stammenden Fliege legen ihre Eier bevorzugt in reife, weichschalige und rote Beeren; die Larven fressen sie dann kaputt. Betroffen sind vor allem rote Weintrauben bestimmter Sorten, aber auch rote Beerenfrüchte, etwa Johannis-, Him- oder Brombeeren. Bei den letzten beiden gibt es nach Angaben des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd einen Befall, er sei aber „noch nicht dramatisch“, sagte ein Sprecher. Louis führte die Entwicklung beim Wein vor allem auf die niedrigen Temperaturen im Frühjahr zurück. Sie hätten die Entwicklung der Fliege verhindert. Auch die Hitze könne eine Rolle gespielt haben. „Alles über 30 Grad hat die auch nicht gern.“ Die Kirschessigfliege liebe es dunkel und schattig bei hoher Luftfeuchtigkeit. Er appellierte deshalb an die Winzer,  jetzt – vor der Umfärbung der Trauben von grün zu rot – das Laub drum herum wegzuschneiden – damit die Sonne an jene Stellen kommt, wo die Fliege sonst gerne ihre Eier ablegt. Eine grundsätzliche Entwarnung für den Weinbau könne man allerdings noch nicht geben, sagte Louis. „Das kann sich schon mal relativ schnell entwickeln.“ Aber die ersten Anzeichen deuteten darauf hin, dass die Fliege deutlich seltener vorkomme als 2014. Für die erste Stichprobe hatten die Pfälzer DLR-Experten einzelne Trauben früher Rotweinsorten unter die Lupe genommen, die sich gerade umfärbten. Sie hätten in dieser Phase 55 bis 60 Grad Öchsle. Mit der regelmäßigen Messung des Mostgewichts in der Pfalz wird demnächst begonnen. „Im Moment ist es noch sehr moderat bei Obst und bei Wein“, schilderte Andreas Köhr vom Bauernverband die Situation in Sachen Kirschessigfliege. Er wies darauf hin, dass Brom- und Himbeeren im Land bei weitem nicht so verbreitet sind wie Wein. Trete die Fliege dort auf, könne sie zum Beispiel mit Netzen abgehalten oder mit einem zugelassenem Pflanzenschutzmittel bekämpft werden. „Bei Kirschen sieht es auch noch gut aus“, sagte er. Die Fliege habe im vergangenen Jahr im Weinbau zum ersten Mal richtig zugeschlagen und ordentliche Schäden verursacht, betonte der Sprecher. Die Obstbauern beschäftige das Problem schon länger. Inzwischen seien aber auch die Winzer besser vorbereitet und mit den Bekämpfungsmöglichkeiten vertraut. (dpa)