NPD-Kundgebungen: Weitestgehend ruhig

Eisenberg/Worms/Mannheim (wg). Eine Kundgebung der rechtsextremen NPD in Eisenberg (Pfalz) am Samstag Vormittag ist friedlich verlaufen. Wie die Polizei berichtet, nahmen genau 16 Demonstranten an der Veranstaltung im Ortskern teil. Rund 60 Bürger versammelten sich zum Gegentreff. Die Polizei war mit starken Einsatzkräften vor Ort, um die Gruppen auf Distanz zu halten. Während der eineinhalbstündigen Kundgebung läuteten die Kirchenglocken.

Bei der anschließenden Aktion der NPD und den Gegenveranstaltungen in Worms hatten die eingesetzten Polizeibeamten alle Hände voll zu tun, um die  verschiedenen Lager auseinanderzuhalten. So wurden bei ihrem Eintreffen die beiden Fahrzeuge der NPD von Gegendemonstranten blockiert. Darunter hatten auch Unbeteiligte zu leiden, die mit ihren Pkw nicht aus dem Parkhaus Am Römischen Kaiser herausfahren konnten. Erst als fünf Personen weggetragen worden waren, konnte die Versammlung beginnen. Ein 32 Jahre alter Mann aus Ludwigshafen  – er war kein Teilnehmer –  beging am Rand der Versammlung eine Körperverletzung an einem Journalisten, so die Polizei. Gegen ihn erging Strafanzeige. Ein Teilnehmer der NPD-Kundgebung wurde ausgeschlossen, weil er Passivbewaffnung (Kampfhandschuhe) und Vermummung mitführte. Bei einem zweiten wurde eine weitere Passivbewaffnung sichergestellt. An der NPD-Kundgebung nahmen etwa 25 Personen teil. Nach Ende der Versammlung gegen 14 Uhr wollten einige Hundert Gegendemonstranten die Wegfahrt verhindern, was ihnen aber nicht gelang. Nachdem die Teilnehmer sich entfernt hatten, verließen auch die Gegendemonstranten allmählich die Innenstadt.

Im Rahmen ihres Europawahlkampfes agitierte die NPD anschließend in Mannheim-Rheinau. Hier versammelten sich nach Polizeiangaben etwa 30 Rechte. Die Gegendemonstration des Bürgerlichen Bündnisses war mit rund 300 Personen zehn Mal so groß. Ein Mann fiel auf dem Weg zum Veranstaltungsort durch Provokationen auf, er wurde in polizeilichen Gewahrsam genommen. Zu weiteren Zwischenfällen kam es nicht. “Unsere Taktik ging auf”, sagte ein Sprecher.

Zum Abschluß ihrer Tour durch die Region rief die NPD ihre Anhänger in Ludwigshafen zusammen. Laut Polizei versammelten sich am späten Nachmittag rund 200 Menschen, darunter 50 Linke. Wie groß die Zahl der Nationaldemokraten und ihrer Symphatisanten war, konnten dieSicherheitskräfte nicht sagen. Auch in Ludwigshafen blieb alles friedlich. (wg)