Obrigheim: Castor-Schiff von Atomkraftgegnern gestoppt

Das mit drei Castoren beladene Schiff, das am Morgen von Obrigheim aus ablegte, wurde bereits wenige Stunden später wieder gestoppt. In Höhe von Bad Wimpfen kam es  zu Komplikationen – vier Castor-Gegner seilten sich nach Polizeiangaben von einer Brücke ab und stoppten den Transport vorerst.  Speziell geschulte Einsatzkräfte der Polizei machten die Demonstranten los – dennoch kam es zu einer Verzögerung des Transports. Laut Polizei handelt es sich bei der Aktion um eine Straftat. Das Spezialschiff hatte gegen 6 Uhr  am stillgelegten Kernkraftwerk Obrigheim abgelegt. Erstmals wird damit hoch radioaktiver Atommüll in Deutschland auf dem Wasser transportiert. Die Container mit verbrauchten Brennelementen sind für das Zwischenlager Neckarwestheim bestimmt. Für die etwa 50 Kilometer lange Strecke auf dem Neckar wird eine Fahrzeit von etwa zwölf Stunden erwartet. Die Polizei bewacht den Transport unter anderem mit Booten, einem Hubschrauber und Einsatzkräften am Ufer. Das Unternehmen EnBW plant in den nächsten Wochen insgesamt fünf Transporte mit je drei Castoren. In den Castoren befindet sich unter anderem Plutonium. (dpa/lsw/mj)