Obrigheim: Dritter Castor-Transport mit Atommüll auf dem Neckar unterwegs – Gegner ketten sich an Brücke

Auf dem Neckar wird heute erneut hoch radioaktiver Müll transportiert. Ein Spezialschiff habe am Morgen gegen 5.35 Uhr am stillgelegten Kernkraftwerk Obrigheim abgelegt, teilte der Energieversorger EnBW mit. Die Polizei bewacht den Castor-Transport auf der etwa 50 Kilometer langen Strecke unter anderem mit Booten, einem Hubschrauber und Einsatzkräften am Ufer. AKW-Gegner halten die Beförderung der insgesamt drei Container mit ausgedienten Brennelementen auf dem Neckar für höchst riskant. Aus Protest sind vier Atomkraftgegner in Gundelsheim in den Neckar gestiegen. Dabei trugen sie gelbe Neoprenanzüge und hatten ein Transparent mit der Aufschrift „Stoppt Castor“ bei sich. „Wir werden uns jetzt mit Booten der Wasserschutzpolizei annähern, um die Schwimmer aus dem Wasser zu bekommen“, sagte ein Polizeisprecher. Den AKW-Gegnern zufolge ketteten sich zudem mehrere Demonstranten auf einer nahen Neckarbrücke an. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass solche Transporte unterbleiben sollten“, sagte Herberth Würth, der Sprecher des Aktionsbündnis „Neckar castorfrei“, der Deutschen Presse-Agentur. Das Spezialschiff sei noch etwa 30 Fahrminuten entfernt und werde durch die Aktion nicht gefährdet.In zwei Fahrten im Juni und im September waren bereits je drei Castoren mit ausgedienten Brennelementen nach Neckarwestheim gebracht worden. Am 28. Juni hatte EnBW den bundesweit ersten Transport auf einem Fluss mit hoch radioaktivem Müll von Obrigheim nach Neckarwestheim geschickt. Insgesamt plant der Energieversorger fünf Transporte nach Neckarwestheim. Die Termine der Fahrten teilt EnBW nicht vorab mit. Das Unternehmen umgeht damit den Bau eines Zwischenlagers in Obrigheim. (dpa/lsw/asc)