Otterstadt: Gericht weist Klage gegen Erdölbohrung ab

Im Kampf gegen eine Erdölbohrung in Otterstadt (Rhein-Pfalz-Kreis) haben die Bewohner vor Gericht einen Rückschlag
erlitten. Das Verwaltungsgericht Neustadt wies die Klage einer Interessengemeinschaft am Montag ab. Die Bewohner seien nicht klagebefugt, teilte das Gericht mit. Eine Berufung zum Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz ist möglich.
Die wolle man auch nutzen, sagte Michael Ulmer von der Interessengemeinschaft. Er betonte, dass es zur inhaltlichen Prüfung noch gar nicht gekommen sei. Eine Speyrer Firma will in Otterstadt Probebohrungen durchführen. Der geplante
Standort liege nur 500 Meter von Wohngebäuden entfernt, sagte Ulmer.
Die Anwohner befürchten negative Umweltauswirkungen – so könnten nach ihrer Ansicht radioaktive Stoffe und andere Gifte durch die Bohrung nach oben gelangen. Zudem drohten Lärm, eine permanente Beleuchtung und in der Folge auch ein Wertverlust der Häuser.
Erdöl kommt in Rheinland-Pfalz relativ häufig vor. Im Vergleich der Bundesländer belegt das Land bei der Fördermenge Platz drei. Seit mehr als 60 Jahren wird in der Gegend um Landau gefördert, seit 2008 auch in Speyer. Dort holen Pumpen nach Betreiberangaben jeden Tag 500 Tonnen Erdöl aus der Erde. dpa/feh