Pfälzer Wald: Luchse sollen Zuwachs bekommen

Insgesamt 20 Luchse sollen im Pfälzer Wald angesiedelt werden. Während die Forscher auf ein neues Tier zur Auswilderung warten, ist die erst im März dort freigelassene Raubkatze Arcos nach Frankreich ausgewandert. Noch in diesem Jahr soll nach Möglichkeit ein weiterer Luchs im Pfälzer Wald angesiedelt werden. „Die Fangsaison in der Schweiz und in der Slowakei läuft noch zwei Wochen. Wenn dort ein Luchs gefangen wird, der fit und im richtigen Alter ist, dann werden wir ihn aussetzen“, erklärte Julian Sandrini von der rheinland-pfälzischen Stiftung Natur und Umwelt am Mittwoch in
Trippstadt (Landkreis Kaiserslautern). Das Life Luchs Projekt sieht vor, dass insgesamt 20 dieser Raubkatzen im Pfälzer Wald angesiedelt werden, um dort eine eigene Population zu gründen. Bisher hat die Stiftung vier Tiere ausgesetzt. Während die Luchse Kaja und Lucky noch im Pfälzer Wald unterwegs sind, hat sich Arcos, der erst Anfang März ausgesetzt wurde, auf den Weg nach Frankreich gemacht, wie Sandrini erläutert. Mittlerweile ist das Tier in den Vogesen bei Bacarat. Wo sich der vierte Luchs, es ist ein Weibchen mit dem Namen Luna, aufhält, ist derzeit nicht bekannt, denn der GPS-Sender ist laut Sandrini ausgefallen. Arcos indes könnte in den Vogesen oder im französischen Jura auf Artgenossen treffen und dann dort bleiben, mutmaßt Sandrini. Es sei aber auch möglich, dass er wieder nach Hause in den Pfälzer Wald komme. „Es ist nicht vorhersehbar, was die Tiere machen“, sagte der Mitarbeiter der Stiftung, und fügte an: „Es besteht aber die Chance, dass er zurückkommt.“ Seit seiner Freilassung hat Luchs Arcos nun mehr als 260 Kilometer zurückgelegt und ist damit 13 Kilometer am Tag gelaufen. Bei seiner Wanderung nach Frankreich hat er nach Einschätzung von Sandrini auch mehrere Flüsse, wie etwa den Rhein-Marne-Kanal, durchschwommen. Arcos‘ Weg wird in Zusammenarbeit mit französischen Forschern weiter verfolgt. Optimal wäre es für das Projekt im Pfälzer Wald, wenn die dort freigelassenen Luchse Nachwuchs zeugen würden. „Das wäre nett“, sagte Sandrini zurückhaltend. Man warte ab, wie sich die Tiere verhalten. Wann die restlichen Luchse dort angesiedelt werden können, stehe derzeit noch nicht fest und hänge auch davon ab, wie gut es gelinge, weitere Tiere einzufangen. „Einen Luchs zu fangen, ist nicht so einfach. Das ist nicht so, als würde man sich einen Kaffee bestellen“, stellte der Forscher klar. (dpa)