Region: Wetter macht Wirten zu schaffen

Das triste Wetter schlägt nicht nur aufs Gemüt,
sondern auch auf die Bilanz der Wirte: Die Gastronomie in
Rheinland-Pfalz befürchtet „existenzgefährdende Umsatzverluste“. Das
sagte der rheinland-pfälzische Präsident des Deutschen Hotel- und
Gaststättenverbands (Dehoga), Gereon Haumann, der Nachrichtenagentur
dpa. „Wir hoffen, dass der Winter jetzt direkt in den Sommer übergeht
und wir mit einem blauen Auge davonkommen. Ansonsten stehen wir in
Rheinland-Pfalz vor ganz großen Problemen.“
An allen Feiertagen seit Ostern sei das Wetter schlecht gewesen.
Das habe für verheerende Umsatzeinbußen bei Gastronomen gesorgt, weil
diese häufig auf Laufkundschaft und Touristen angewiesen seien. „Das
holen sie an den verbleibenden Tagen auch nicht mehr rein“, sagte der
Verbandspräsident. Dass die Gastronomie wegen mäßigen Wetters bereits
im vergangenen Jahr gebeutelt worden sei, mache die Situation nur
noch schlimmer. Der Leitende Schwimmmeister des Strandbads in FRANKENTHAL, Volker
Staab, sagte: „Im Wasser ist es angenehm warm, doch das reicht
nicht.“ 24 Grad habe das eigentlich kühle Nass – weit mehr als die
Außentemperatur. „Es sind nur die Eisenharten da, die ziehen ihre
Bahnen und gehen wieder“, berichtete Staab. Seit 11. Mai ist das Bad
offen, doch an einen richtig schönen Tag kann sich der Schwimmmeister
in diesem Jahr nicht erinnern: „Wir hoffen jetzt auf den Sommer.“
Die Gaststätte Zum Maffenbeier im LUDWIGSHAFENER Stadtteil Hemshof
kann die Einbußen durch das widrige Wetter etwas abfedern, wie
Geschäftsführer Thomas Schulte-Hobein sagte. Grund: Der Außenbereich
mit 200 Plätzen ist zu 40 Prozent überdacht. Markisen und Heizpilze
sorgten dafür, dass die Gäste nicht allzu sehr frösteln müssten.
Dafür klettert die Energierechnung in die Höhe: „Es ist schon bitter,
dass wir Ende Mai noch Gas für die Heizpilze kaufen müssen“, ergänzte
Schulte-Hobein.
Der Andechser-Biergarten in LUDWIGSHAFEN mit 280 Plätzen im Freien
hatte zuletzt noch Glück im Unglück, wie Geschäftsführer Salvatore
Napoli sagte: „Es war Turnfest, deshalb haben wir trotzdem Zulauf
gehabt.“ Doch wie es nun weitergehen solle, sei offen: „Biertrinker
wollen schönes Wetter, deshalb hoffe ich darauf.“ Auch mit Heizpilzen
lasse sich das Geschäft nicht retten, wenn es regne. (dpa)