„Rote Teufel“ verlieren beim TV Emsdetten 22:21 (12:11) – Entscheidung im Abstiegsduell am letzten Spieltag

Im Abstiegsduell der 2. Handball-Bundesliga gibt es am letzten Spieltag am kommenden Samstag ein Herzschlagfinale: Durch Niederlagen mit je einem Tor der SG Leutershausen beim TV Emsdetten und dem SV Henstedt-Ulzburg bei der TSG Friesenheim bleiben die Kontrahenten um den Klassenerhalt, Leutershausen und Henstedt-Ulzburg, punktgleich auf Platz 17 und 18. In dieser Konstellation bliebe der SGL der Abstieg erspart. Die Entscheidung ist aber aufs kommende Wochenende vertagt.

In der Leutershausener Partie schien zu Beginn alles so zu laufen, wie die Tabelle es vorgab: Der TV Emsdetten als Tabellenzweiter und Aufsteiger in die erste Liga bestimmte das Spiel. Zwar gingen die Gäste von der Bergstraße durch Jan Forstbauer 0:1 in Führung – das war aber nur von kurzer Dauer. In der vierten Minute egalisierten die Münsterländer zum 1:1 und bauten anschließend ihrerseits kontinuierlich ihre Führung aus. 8:2 für die Hausherren hieß es nach 14 Minuten – eine klare Angelegenheit, standesgemäß zum Heimfinale des TV Emsdetten. Leutershausen leistete sich bis hierhin Schwächen: Allein drei Siebenmeter brachte die SGL nicht im Netz von Emsdettens Torhüter Nils Babin unter. Ab der 16. Minute wandelte sich der Auftritt der Badener dann aber: Plötzlich lief mehr zusammen, und es fielen Tore. Prestel, Ruß und Müller besorgten drei Treffer in anderthalb Minuten, und dann war es Leutershausens Junioren-Nationalspieler Marcel Engels, der vier Mal in den letzten zehn Minuten der ersten Hälfte einnetzte. Auf der anderen Seite hielt die Abwehr nun den Angriffen des TV besser stand – damit stand es zur Pause nur noch 12:11 für Emsdetten.

Zwei Minuten nach dem Wiederanwurf besorgte Manuel Frietsch gar den Ausgleich – 12:12. Noch einmal Mal enteilten die Hausherren, und ein weiteres Mal glichen die „Roten Teufel“ aus, diesmal zum 16:16 (44.). Doch auch diesen Angriff der Badener wehrte Emsdetten ab und legte abermals vor – fünf Minuten vor dem Ende hieß es 21:17. Eine SGL-Auszeit und zwei Tore durch Gunst und Ruß folgten. Nun nahm Emsdetten ein Time-Out – es zeichneten sich spannende Schlussminuten ab, in denen die SGL dem Favoriten das Leben schwer machte. Und Leutershausen schaffte fast die Sensation: Eine Minute und sechs Sekunden vor Schluss traf Jan Forstbauer noch einmal zum Unentschieden, 21:21, dem jedoch Emsdettens Janko Bozovic vierzig Sekunden vor der Schlusssirene das 22:21 folgen ließ.

Am letzten Spieltag (Samstag, 8. Juni, 19:30 Uhr) empfängt die SG Leutershausen die HSG Nordhorn-Lingen, während der SV Henstedt-Ulzburg in eigener Halle gegen den ThSV Eisenach spielt. Gewinnt Leutershausen gegen den Tabellensiebten, ist der Klassenerhalt aus eigener Kraft in trockenen Tüchern. Verlieren die „Roten Teufel“ sind sie auf Schützenhilfe der Thüringer angewiesen, die als Tabellendritter ebenfalls als Aufsteiger in die erste Liga feststehen und dann gegen Henstedt-Ulzburg gewinnen müssen, damit die SGL auch in der kommenden Saison in der 2. Liga antreten kann. Leutershausen rechnet zum Saisonfinale mit einer ausverkauften Halle. Nach dem Spiel wird es eine Abschlussfete der Mannschaft und der Fans in der Halle geben, bei der auch die scheidenden Spieler verabschiedet werden. (rk)

SG Leutershausen: Hübe, Peribonio, Christian, Frietsch 3, Gunst 1, Müller 3, Forstbauer 3, Ruß 2, Prestel 5, Volk, Conrad, Engels 4, Kohlbacher.