SAP: Walldorfer Softwarekonzern weiter auf Erfolg getrimmt

Nach dem Stellenabbau in den vergangenen Jahren will SAP-Chef Bill McDermott den Softwarekonzern weiter auf Effizienz trimmen. „Wir arbeiten an der Erhöhung unseres Betriebsergebnisses, indem wir die Abläufe in unserem Cloud- und Kerngeschäft effektiver gestalten“, sagte der Manager bei der Hauptversammlung in Mannheim. In diesem und im kommenden Jahr seien aber keine größeren Umbauprogamme mehr geplant, betonte Chefkontrolleur Christian Klein am Rande des Aktionärstreffens.
Stattdessen würden die Kosten je Kunde stärker unter die Lupe genommen, und im Vertrieb solle mehr Software über SAPs Online-Shop verkauft werden. Die Belegschaft solle außerdem nicht so stark wachsen wie das Geschäft selbst.
Der Konzern ist seit einigen Jahren dabei, sein Geschäftsmodell umzustellen. Statt Softwarelizenzen zu verkaufen, werden den Kunden vermehrt Programme zur Miete angeboten. Das bringt den Walldorfern stetigere Einnahmen, drückt aber auch auf den Gewinn. Erst in diesem Jahr soll der neue Bereich kostendeckend arbeiten – zum Ärger einiger Aktionäre: „Wann kommt endlich der Regen des guten Ergebnisses (..) aus der Cloud heraus?“, fragte Hans-Martin Buhlmann von der Vereinigung Institutioneller Privatanleger. „Bitte geben Sie uns dazu eine verbindliche Aussage.“ Die Zukunftsaussagen von SAP ließen Verlässlichkeit vermissen.
SAP hatte Anfang des Jahres seine mittelfristige Ziele für Umsatz und Gewinn bis 2017 etwas angehoben – allerdings nachdem genau ein Jahr zuvor die gleichen Ziele zunächst gesenkt worden waren. Die Aktionäre sollen 1,15 Euro Dividende je Anteilsschein erhalten, fünf Cent mehr als im Vorjahr.
Dabei dreht der SAP-Vorstand seit einiger Zeit schon an der Kostenschraube. In den vergangenen Jahren hatte SAP weltweit Stellen in Abteilungen gestrichen, die nicht so stark wie das Neugeschäft wuchsen. Etwa 3000 Mitarbeiter hatten den Angaben zufolge die Position gewechselt oder waren mit einer Abfindung zum Gehen bewegt
worden. Das Programm brachte 2015 Einsparungen im dreistelligen Millionenbereich. Im vergangenen Jahr wurden die Einsparungen allerdings noch durch das Abfindungsprogramm aufgewogen, das mit rund 600 Millionen Euro auf den Gewinn drückte. In diesem Jahr sollen die Kosten nur noch maximal ein Zehntel davon ausmachen. In diesem Jahr will der Konzern seinen bereinigten operativen Gewinn um bis zu fünf Prozent steigern. Ende 2015 beschäftigte SAP mit 76 986 aber trotzdem gut 2500 Mitarbeiter mehr als im Vorjahr. dpa/feh