Speyer: „Das ist mein Heimatdom“ – Kohl und der Kaiserdom

Schutzraum, Gotteshaus und symbolträchtiges Denkmal: Für Helmut Kohl hatte der Speyerer Dom in mehrfacher Hinsicht Bedeutung. Nach früheren Angaben des Bistums war der 13-jährige Helmut Kohl im Kriegsjahr 1943 aus dem zerbombten Ludwigshafen ins etwa 20 Kilometer entfernte Speyer gebracht worden, wo er zur Schule ging. Im Dom suchte er Schutz vor Fliegerangriffen.

Kohl war nicht nur von der Architektur des salischen Kaiserdoms beeindruckt, der die Gräber mehrerer mittelalterlicher Kaisergeschlechter birgt. Er sah den fast 1000 Jahre alten Dom – laut Bistum die größte erhaltene romanische Kathedrale – auch als Symbol für deutsche und europäische Geschichte.

Als Kanzler führte er 14 Staatsoberhäupter und Regierungschefs sowie König Juan Carlos von Spanien durch das auf der Weltkulturerbeliste stehende Gotteshaus. «Das ist mein Heimatdom. Alle waren hier – ich habe sie alle hergeführt», sagte Kohl 2001. Als Vorsitzender des Kuratoriums der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer engagierte er sich für den Erhalt des Gotteshauses.

Der Dom wurde auch zum Ort der Trauer für Kohl. Im Juli 2001 wurde dort die Totenmesse für seine Frau Hannelore gehalten, die sich das Leben genommen hatte. Nach Informationen der «Bild am Sonntag» soll Kohls Leichnam nun nach einem europäischen Staatsakt in Straßburg mit dem Schiff über den Rhein ebenfalls zur Totenmesse nach Speyer gebracht werden. (lrs)