Streit um Castor-Transporte: Zweites Schiff legt in Obrigheim an

Im Streit um Atommüll-Transporte auf dem Neckar wehrt sich die Gemeinde Neckarwestheim mit juristischen Mitteln gegen weitere Castoren aus Obrigheim. Die Kommune habe Beschwerde gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts Berlin eingelegt, sagte Bürgermeister Jochen Winkler. „Wir können nicht einfach so stehenlassen, dass sich das Gericht in
einer Interessensabwägung für einen zügigen Rückbau von Obrigheim und gegen die Gemeinde entschieden hat“, betonte er. Die Beschwerde sei beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingelegt worden. Der Energieversorger EnBW treibt seine Vorbereitungen für den zweiten Transport bereits voran. Ein Spezialschiff habe am Dienstag gegen
6.20 Uhr Neckarwestheim mit drei leeren Castoren verlassen, teilte das Unternehmen mit. Der Polizei zufolge legte der sogenannte Schubverband am Mittag im etwa 50 Kilometer entfernten Obrigheim an. Die Beschwerde habe keine aufschiebende Wirkung, so dass vorerst weitere Castor-Transporte möglich seien, sagte Winkler der Deutschen
Presse-Agentur. „Die Zeit läuft gegen uns“, meinte er. Die Kommune hoffe daher auf eine zügige Entscheidung. „Wir haben beantragt, die aufschiebende Wirkung wieder herzustellen“, sagte der Rathauschef. Begleitet von Protesten hatte ein erster Transport ausgedienter Brennelemente aus dem stillgelegten Atomkraftwerk Obrigheim vergangene Woche das Zwischenlager Neckarwestheim erreicht. Den Termin für den zweiten Transport halten die Organisatoren geheim. dpa/feh