Streit um Gemeinschaftsschule Hirschberg/Heddesheim: Scharfe Kritik am Bürgerentscheid aus Heddesheim

Im Ringen um eine Gemeinschaftsschule an den Standorten Hirschberg und Heddesheim hat nun Heddesheims Bürgermeister Michael Kessler deutliche Kritik an der Entscheidung des Hirschberger Gemeinderats geübt, die Bürger über die Einführung der neuen Schulform befinden zu lassen. Dies werfe die „Bemühungen zur Stärkung unserer Wohn- und Bildungsstandorte zurück. Der Gemeinderat in Hirschberg wird damit seiner Verantwortung nicht gerecht.“

Die Gemeinden Hirschberg und Heddesheim führen seit zwei Jahren gemeinsam einen Schul-Zweckverband. Die Karl-Drais-Schule als Werkrealschule ist auf die beiden Standorte verteilt. Der Heddesheimer Gemeinderat hatte jüngst einstimmig für die Einführung der Gemeinschaftsschule gestimmt.

Für einen Bürgerentscheid sei jetzt „nicht der richtige Zeitpunkt“, so Kessler, dies hätte früher geschehen müssen, vor drei Jahren bei Gründung des Zweckverbandes. Das jetzige Vorgehen Hirschbergs belaste das gegenseitige Vertrauen und die gewachsenen Beziehungen zwischen den Gemeinden. Hirschberg sei klar gewesen, dass das eigene Schulgebäude einen hohen Sanierungsstau habe und entsprechende Ausgaben anstünden. In Heddesheim habe man unterdessen seit rund 10 Jahren 1,7 Millionen Euro in das Schulgebäude investiert, allein 600.000 Euro seit Gründung des Zweckverbandes: „Unabhängig von der Bezeichnung als Werkrealschule oder Gemeinschaftsschule entwickeln sich überall die pädagogischen und räumlichen Konzepte fort. Auch bei Weiterführung der bestehenden Werkrealschule sind Sanierungs- und Erneuerungsinvestitionen nötig, um dieser Entwicklung gercht zu werden.“

Kessler hofft nun auf die Weitsicht der Hirschberger Bürgerschaft: „Der Verlust einer weiterführenden Schule im Ort wäre ein struktureller Rückschritt, der nie wieder gut gemacht werden kann.“ Nach dem Heddesheimer Verständnis könne es nicht heißen „Kanalsanierung oder Bildungsinvestition, sondern Kanalsanierung und Bildungsinvestition“.

 

Zum Hintergrund der Querelen um eine Gemeinschaftsschule an der Bergstraße hier der Bericht aus RNF Life vom 17. Juli 2013:
Seit Wochen wird in Hirschberg an der Bergstraße die Einführung einer Gemeinschaftsschule heiß diskutiert. Gemeinsam mit Heddesheim hat Hirschberg seit Jahren einen Schulverband für eine gemeinsame Werk-Realschule und diese sollte nun in eine Gemeinschaftsschule geändert werden. Nachdem sich der Heddesheimer Gemeinderat einstimmig dafür ausgesprochen hatte, ebenso auch die Schulkonferenz und der Elternbeirat, schien eigentlich alles klar. Doch dann kam auf der Gemeinderatssitzung in Hirschberg gestern Abend alles ganz anders….