Studie: Jugendliche pauken zu Hause eineinhalb Stunden – das Handy hilft

Smartphone und PC spielen auch bei den Hausaufgaben eine große Rolle – je älter die Schüler, desto mehr. Täglich verbringen die Jugendlichen ganz schön viel Zeit mit Hausaufgaben, zumindest nach eigener Einschätzung.

Jugendliche machen an Wochentagen im Schnitt eineinhalb Stunden Hausaufgaben – das gaben sie zumindest bei einer Befragung an. Knapp die Hälfte der Zeit arbeiten die 12- bis 19-Jährigen dabei am PC oder im Internet. Die «digitale Hausaufgabenzeit» nimmt mit dem Alter der Jugendlichen zu: Bei den 12- bis 13-Jährigen beträgt sie etwa eine halbe Stunde, bei den volljährigen Schülern eine Dreiviertelstunde. Dies geht aus der JIM-Studie 2016 hervor, deren Ergebnisse der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest am Freitag veröffentlichte. Für die repräsentative Umfrage wurden im Frühsommer telefonisch 1200 Jugendliche befragt.

Demnach ist für die Hälfte der Jugendlichen das Handy oder Smartphone auch sehr wichtig für die Schulorganisation – um mitzubekommen, dass Stunden ausfallen oder zur Recherche bei den Hausaufgaben. In die Schule dürfen zwar fast alle Befragten das Handy mitnehmen. Zwei Fünftel dürfen es dort aber prinzipiell nicht benutzen. Ein Drittel darf es nur in den Pausen nutzen, jeder Fünfte kann es gezielt im Unterricht einsetzen – je älter, desto häufiger ist es erlaubt.

WLAN gibt es nach Angaben der Schüler zwar an 41 Prozent der Schulen. In den weitaus meisten Fällen haben sie dazu aber keinen Zugang, es sei denn, sie brauchen es für Recherchezwecke.

Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, (Multi-) Media) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 jährlich in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk erstellt. Die repräsentative Studie will das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland abbilden. Ein Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auch auf der Nutzung von Bewegtbild und Musik.

Auch das Thema Mobbing spielt beim Umgang mit Smartphones eine Rolle, begünstigt durch geschlossene Nutzergruppen, wie sie beispielsweise Messenger-Apps bieten. Auf die direkte Nachfrage, ob sie selbst schon einmal als Opfer von Mobbing betroffen waren, antworten acht Prozent aller Jugendlichen mit ja, dies entspricht einer Größenordnung von etwa 500.000 Jugendlichen in Deutschland. Mädchen sind mit neun Prozent etwas häufiger betroffen als Jungen (7%). Der Anteil der Opfer solcher Attacken wird mit zunehmendem Alter deutlich größer (12-13 Jahre: 4%, 14-15 Jahre: 6%, 16-17 Jahre: 8%, 18-19 Jahre: 13%). An Gymnasien ist der Anteil mit sieben Prozent etwas geringer als bei den übrigen Schulformen (10%).

Am meisten tauschen sich Mädchen und Jungen über WhatsApp aus. Auf Platz zwei der Kommunikationsanwendungen steht Instagram (51 Prozent), vor Snapchat mit 45 Prozent und Facebook (43 Prozent). Die Ergebnisse dazu hatte der Forschungsverbund schon Dienstag veröffentlicht. (lrs)

Die JIM-Studie ist hier im Netz abrufbar (PDF).