Stuttgart: Erstaufnahmestellen gegen zentrale Aufnahme in Heidelberg

Die Leiter der Landeserstaufnahmestellen (LEA) in Meßstetten und Ellwangen haben irritiert auf die Pläne des Landes reagiert, in Heidelberg eine zentrale Aufnahmestelle für Flüchtlinge einzurichten und hauptsächlich Menschen ohne Bleibeperspektive in den bisherigen LEAs unterzubringen. „Meine Hoffnung liegt darin, dass der Vorschlag für immer ein Vorschlag bleibt“, sagte der Leiter der LEA
in Meßstetten, Frank Meier, der „Schwäbischen Zeitung“. Sollte die LEA ausschließlich mit Flüchtlingen aus den Balkanstaaten belegt werden, dann „würde sich die Situation deutlich ändern“.
Der stellvertretende Leiter der LEA in Ellwangen, Roland Herzog, wollte noch keine Aussage darüber treffen, welche Folgen eine Umverteilung der Flüchtlinge für die Einrichtung hätte. „Man plant, und dann kommt es anders“, sagte er. Wenn das jedoch für Ellwangen bedeuten würde, dass alle syrischen Flüchtlinge künftig nach Heidelberg weitergeleitet würden, würde er das begrüßen.
Der Ombudsmann des Landes für die Erstaufnahmestellen, Karl-Heinz Wolfsturm, sagte dem Blatt, es werde sich schnell herumsprechen, dass man keine große Chance auf Asyl habe, wenn man nach  Meßstetten oder Ellwangen komme. Eine Zusammenlegung von Menschen ohne Bleibeperspektive könnte die Situation dort verschärfen.(dpa/lsw)