Stuttgart/Worms: Krankenhäuser reagieren auf Klinikskandal

Rund ein Jahr nach Bekanntwerden des Klinikskandals um einen holländischen Mediziner hat die baden-württembergische Krankenhausgesellschaft jetzt Empfehlungen zum Schutz von Patienten herausgegeben. Checklisten für die Einstellung von Ärzten, Informationen über vorzulegende Unterlagen und eine Mustererklärung für berufsrelevante Strafverfahren sollen Kliniken helfen, sich besser vor schwarzen Schafen zu schützen, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch in Stuttgart mit. „Mit diesen Empfehlungen können die Risiken deutlich verringert werden, auch wenn es eine hundertprozentige Sicherheit gegen hochkriminell vorgehende Ärzte nicht gibt“, sagte Ministerin Katrin Altpeter (SPD).
Der Skandalarzt Ernst Jansen steht derzeit in den Niederlanden vor Gericht. Er soll bei mehreren Patienten absichtlich Fehldiagnosen wie Alzheimer und Multiple Sklerose gestellt haben. Nach seiner Entlassung 2004 in Holland hat er auch in Worms und an den Heilbronner SLK-Kliniken praktiziert. Das Urteil gegen ihn wird für Februar erwartet.(dpa)