Südwest: Entsetzen über Amoklauf in München

Der Amoklauf eines 18-Jährigen in München hat in Baden-Württemberg Entsetzen und Bestürzung ausgelöst. «Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen», betonte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und sprach in einer Mitteilung am Samstag von einer «grausamen» Tat. Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) zeigte sich bei Twitter «fassungslos und unendlich traurig über den abscheulichen Angriff».

Innenminister Thomas Strobl (CDU) reagierte «tief betroffen». In ganz Deutschland wurde Trauerbeflaggung als Zeichen der Anteilnahme angeordnet. «Ich bin fassungslos über die Tat und zugleich tieftraurig ob der vielen Opfer», teilte Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) mit und sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus: «Wir in Stuttgart trauern in diesen schweren Stunden mit den Menschen in München.»

Der 18-Jährige hatte am Freitagabend im Olympia-Einkaufszentrum in München neun Menschen erschossen und dann sich selbst getötet. Danach gab es Gerüchte über mehrere Täter, was zu Panik in ganz München führte. Die Polizei hatte zwischenzeitlich von einer «Terrorlage» gesprochen. Nun sind die Ermittler aber sicher, dass die Tat ein «klassischer Amoklauf» war. Der 18-Jährige aus München habe keinen Bezug zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gehabt, sagte Polizeipräsident Hubertus Andrä am Samstag. Bei Durchsuchungen im Zimmer des Schülers habe man Unterlagen zum Thema Amok gefunden, zudem wird ein Zusammenhang mit dem Attentat des Norwegers Anders Behring Breivik vor exakt fünf Jahren vermutet.

«Die Bekämpfung von Terror und Gewaltbereitschaft sowie der Schutz der Bevölkerung und unserer Lebensweise gehören zu den ersten Pflichten des Staates», stellte Kretschmann klar und sicherte Bayern Unterstützung zu. Schon am Freitagabend waren Spezialkräfte der baden-württembergischen Polizei in München im Einsatz gewesen.

Die Sicherheitskräfte im Südwesten seien fortlaufend informiert und sensibilisiert sowie Verstärkungen in Rufbereitschaft versetzt worden, erläuterte Strobl, als ein terroristischer Hintergrund der Tat noch nicht ausgeschlossen werden konnte. In der Stuttgarter Innenstadt und an anderen Orten im Südwesten waren am Abend zahlreiche Polizeifahrzeuge auf den Straßen zu sehen.

Einkaufszentren in Baden-Württemberg erhöhten nach dem Amoklauf von München die Schutzmaßnahmen. Die Sicherheitsvorkehrungen seien vorsorglich verstärkt worden, sagte ein Sprecher des Milaneo Stuttgart am Samstag auf Anfrage. So sei zusätzliches Wachpersonal im Einsatz, zudem stünden die Verantwortlichen in regelmäßigem Kontakt mit der Polizei. Einen spürbaren Rückgang der Besucherzahlen habe es in dem Einkaufszentrum in Stuttgart am Samstag nicht gegeben. (lsw)