SV Sandhausen: Boysen am Saisonende weg

Sandhausen (sim). Der SV Sandhausen wird die Saison 2013/14 mit einem neuen Trainer angehen. In einem Sechs-Augen-Gespräch zwischen Präsident Jürgen Machmeier,  Geschäftsführer Otmar Schork und Trainer Hans-Jürgen Boysen kam man überein, die Zusammenarbeit zum Saisonende zu beenden. „Die Mission Klassenerhalt konnten wir nicht erfüllen, auch wenn ich immer noch ein kleines Fünkchen Hoffnung besitze und deshalb ist es besser, einen Neuanfang in der dritten Liga zu machen“, nannte Jürgen Machmeier die Beweggründe, die auch von Hans-Jürgen Boysen so vertreten wurden. „Mein Anspruch als ich in Sandhausen zusagte, war der Klassenverbleib“, so der DFB-Fußballlehrer „und diesen Anspruch werden wir höchstwahrscheinlich nicht erreichen“. Sollte doch noch der Klassenerhalt geschafft werden, so werden sich Verein und Trainer nochmals zusammensetzen, um eine Lösung zu finden, denn der Vertrag würde sich in diesem Fall ja um ein Jahr verlängern. Auch darin sind sich die Beteiligten einig.
„Wir lassen den VfR Aalen komplett außen vor und spekulieren nicht auf eine Lizenzverweigerung“, betonte Jürgen Machmeier, „das gebietet schon alleine der Fairnessgedanke“. Der Präsident machte auch keinen Hehl daraus, dass er aus der Emotion heraus nach dem letzten Heimspiel gegen den VfL Bochum nicht richtig reagiert hat: „Beim Trainer habe ich mich deswegen auch schon entschuldigt und ihm für seine Arbeit gedankt. Aber ich benötigte das gesamte Wochenende, um das alles zu verarbeiten“.

Dass es eine schnelle Entscheidung über die Zukunft des Trainers gab, war auch der Wunsch von Hans-Jürgen Boysen. „Beide Seiten haben es verdient, frühzeitig Bescheid zu wissen und unter erwachsenen Menschen sollte deshalb dies, wie jetzt geschehen, auch machbar sein“.
„Jetzt gilt es“, so Geschäftsführer Otmar Schork, „alsbald einen geeigneten Nachfolger zu finden, der dann die personellen Planungen vorantreiben kann“. Für die dritte Liga haben Daniel Ischdonat, Michael Langer, Michael Hiegl, Timo Achenbach, Seyi Olajengbesi, Daniel Schulz, Fabio Morena, Simon Tüting, David Ulm, Nicky Adler und Frank Löning verbindliche Verträge. Marco Pischorn hat seine mündliche Zusage gegeben und Danny Blum muss vom Karlsruher SC wieder an den Hardtwald zurückkehren. Zu diesem Gerippe sollen nach den Vorstellungen von Otmar Schork junge Talente hinzukommen, um so eine gute Mischung für die Zukunft zu haben. „Zudem ist der Zeitpunkt gekommen, dass sich der Verein breiter aufstellt“, schwebt dem Geschäftsführer vor. Er denkt hier vorrangig an den Unterbau mit der zweiten Mannschaft und einem Nachwuchsleistungszentrum. „Aber auch in der Region müssen wir mit Fußballschule oder Fußball-Camp präsenter werden“.
Kurzfristig gilt es, die Auflagen des DFB oder der DFL zu erfüllen. „Als Drittligist müssen wir noch unter anderem einen siebenstelligen Betrag im unteren Bereich nachweisen“, wie der Präsident erwähnt, „doch all die geforderten Bedingungen werden wir erfüllen“. Als erfreulich nannte er die Tatsache, dass Sponsoren teilweise bereit sind, mehr als in der zweiten Liga zu investieren. Machmeier: „Das ist ein positives Signal, das uns beweist, dass wir auf dem richtigen Weg sind“.
Für die Lizenz in der zweiten Liga würde es wirtschaftlich null Probleme aufgrund den ohnehin gestiegenen Fernsehgelder geben.