SV Waldhof: Mitgliederversammlung am 15. September

Der SV Waldhof Mannheim hat den Termin für die außerordentliche Mitgliederversammlung bekannt gegeben: Am 15. September kommen die Waldhöfer zusammen, um die Ausgliederung des Spielbetriebs in eine entsprechende GmbH abzusegnen. Das teilt der Fußball-Regionalligist am Dienstagnachmittag auf seiner Homepage mit. Offenbar rechnet das Präsidium mit einer längeren Zusammenkunft im Franziskussaal (Speckweg) – vorsorglich gilt die Einladung auch den Folgetag, falls das Meeting nicht bis Mitternacht beendet sein sollte.

Die Vorgeschichte
Am 30.Juli 2015 erhielt das Präsidium den Auftrag, eine Kapitalgesellschaft mit dem Verein als Gesellschafter zu gründen. Im Frühjahr 2016 eskalierten die Meinungsverschiedenheiten um die Modalitäten. Während das Präsidium auf Alleininvestor Bernd Beetz setzte, wollte die dem Aufsichtsrat nahestehende Mittelstandsvereinigung „Mannheimer Runde“ ein Modell, bei dem mehrere Investoren das Stammkapital von einer Million Euro aufbringen. Der Streit war heftig: Präsident Steffen Künster muss sein Amt immer noch ruhen lassen, sechs der sieben Aufsichtsräte traten zurück und auch die Mannheimer Runde ging von Bord.

75 Prozent der Stimmen nötig
Im jetzt veröffentlichten Bericht des SVW-Vorstands heißt es, der Verein habe als Alleingesellschafter mit Zustimmung des Aufsichtsrates im Juli 2016 die GmbH gegründet. Notar Dr. Curt Bangert aus Mannheim habe dies beurkundet. „Die Wirksamkeit dieses Vertrages ist davon abhängig, dass die Mitgliederversammlung des Vereins dem vorgelegten Ausgliederungsvertrag (…) mit einer Mehrheit von 75% der abgegebenen Stimmen zustimmt.“ Weiter heißt es: „Nur dann, wenn der Spielbetriebsgesellschaft des Vereins ein Kapital von (…) einer Million Euro zur Verfügung steht, kann der Verein durch die Kapitalgesellschaft am Spielbetrieb teilnehmen.“

Investor Bernd Beetz
Der springende Punkt: „Der Verein hat die für die Ausgliederung auf die Spielbetriebsgesellschaft nötigen Mittel derzeit nicht. Es ist auch nicht erkennbar, dass der Verein diese Mittel jemals alleine aufbringen könnte. Demnach kann der Verein aus eigener Kraft die (…) Ausgliederung nicht umsetzen. Der Verein ist auf die finanzielle Hilfe Dritter angewiesen (…).“
Diese Hilfestellung kommt von Bernd Beetz, der sich im Frühsommer der Öffentlichkeit präsentierte. „Das Präsidium ist davon überzeugt, dass der SV Waldhof Mannheim (…) den für ihn richtigen und zukunftsorientieren Weg beschreitet.“ Ausweislich der vorgelegten Ausgliederungsbilanz bestehe zum Stichtag 30.06.2016 eine Unterbilanz von rund 950.000 Euro, heißt es. „Kredite durch Banken sind daher nicht denkbar, zudem würden neue Kredite den Gesamtverein und seine Bilanz zusätzlich belasten und damit in der Existenz zusätzlich gefährden. Die Vermeidung von Risiken und die Erreichung höherer sportlicher Ziele auch mit Hilfe zusätzlicher finanzieller Mittel Dritter schließen sich, wie die Zahlen der Vergangenheit belegen, faktisch aus. Eine Ausgliederung schafft bessere Möglichkeiten der externen Finanzierung.“ Bernd Beetz habe eine Beteiligung an der Spielbetriebsgesellschaft und die Zeichnung einer (Bar-)Kapitalerhöhung der GmbH auf zunächst insgesamt eine Million Euro Stammkapital zugesagt. Er habe bereits in der vergangenen Saison im Lizensierungsverfahren für den Fall des Aufstiegs in die 3. Liga in Höhe eines Betrages von 1 Mio. Euro gebürgt. Für den Fall des Aufstiegs in die 2. Bundesliga habe Beetz weitere 1,5 Mio. Euro Stammkapital zugesichert.

Vertrag zwischen Verein und GmbH
Das Stammkapital der Spielbetriebs-GmbH beträgt 25.000 Euro. Der Nachwuchs- und Amateurfußball inklusive Trainingsgelände Alsenweg sollen bewusst im Verein bleiben. Die künftige Zusammenarbeit zwischen Verein und GmbH ist vertraglich geregelt. „Der Verein als Gründungsgesellschafter der Spielbetriebsgesellschaft hat das satzungsmäßige Recht, immer die Mehrheit der Aufsichtsräte der Spielbetriebsgesellschaft direkt zu entsenden. Drei Ausichtsrate werden aus den Reihen der Mitglieder des Präsidiums des Vereins (…) zum Aufsichtsrat der Spielbetriebsgesellschaft gewählt und so entsendet. Ein 4. Aufsichtsrat wird durch die Mitgliederversammlung des Vereins gewählt. Entsprechende Satzungsänderungen des Vereins sollen am 15. September beschlossen werden. Soweit die Aufsichtsratsmitglieder nicht durch den Verein entsendet werden, wählt sie die Gesellschafterversammlung der Spielbetriebsgeselbchaft. In der Versammlung hat der Verein satzungsbedingt die Stimmenmehrheit. Der Aufsichtsrat der Spielbetriebsgesellschaft ist unter anderem für die Entscheidung über die Bestellung und Abberufung der Geschäftsführung zuständig.“ (wg)