SV Waldhof: Offenbach kontert Vorwürfe mit Schuldzuweisungen

Der Streit um die Handgreiflichkeiten auf der Haupttribüne des Carl-Benz-Stadions am Ende der Regionalligapartie zwischen dem SV Waldhof Mannheim und den Kickers Offenbach ist voll entbrannt. Die Hessen reagierten am Montag mit drastischen Worten auf die zweite Stellungnahme des SVW, in der die Blau-Schwarzen ihre anfängliche Entschuldigung zurücknahmen und die drei in die Schlägerei verwickelten OFC-Spieler verantwortlich machten.

Auf der Homepage des OFC heißt es:

„In Bezug auf die gestrigen Vorfälle im Nachgang des Spieles SV Waldhof Mannheim gegen Kickers Offenbach war das Ansinnen des OFC, diese Vorkommnisse seriös und unaufgeregt zwischen den Vereinen, unter Einbeziehung der Regionalliga, neutral und objektiv aufzuarbeiten. Durch die heute veröffentlichte Darstellung des SV Waldhof Mannheim sehen wir uns jedoch gezwungen, erneut und detailliert öffentlich Stellung zu nehmen, was generell nicht unser Ansinnen war.

Der Darstellung von Waldhof Mannheim wird vollumfänglich widersprochen! Die Realität wird hier komplett auf den Kopf gestellt und ad absurdum geführt. Die verletzten Spieler Daniel Endres, Maik Vetter und Robin Scheu verfolgten das Spiel gemeinsam mit Freunden, Mitarbeitern der OFC-Geschäftsstelle sowie einigen Lebenspartnerinnen der Mannschaft von Block 13 der Haupttribüne aus. Bereits während des Spiels kam es durch Mannheimer Zuschauer zu starken verbalen Beschimpfungen der OFC-Spieler, die als solche erkannt wurden. Nach Abpfiff eskalierte dann die Situation und mehrere Mannheimer Zuschauer konfrontierten unsere Spieler zunächst aus nächster Nähe verbal in teilweise beleidigender und bedrohlicher Art. In der Folge wurde dann auch physisch Gewalt an den Offenbacher Spielern angewandt. So wurde der Spieler Maik Vetter durch einen Mannheimer-Fan von hinten mehrere Tribünenstufen nach unten gestoßen. Hier von einem „Gerangel“ zu sprechen bagatellisiert die Situation in völlig unangebrachter Weise, da genau dort eine nicht tolerierbare Grenze durch den Mannheimer Fan überschritten wurde. Im weiteren Verlauf wurde auch eine Frau unserer Gruppe auf den Hinterkopf geschlagen. Die Situation beruhigte sich erst, als unsere Gruppe durch den Ordnungsdienst zu deren Schutz in den Innenraum gelassen wurde.“

Hier das Amateur-Handyvideo, das im Internet kursiert und das einen kurzen Moment der Handgreiflichkeiten festhält. Aus dem Video ist nicht ersichtlich, wie es zu der Situation kam.

Weiter heißt es in der OFC-Erklärung:

„Es wird nicht bestritten, dass sich die Spieler in dieser Situation gewehrt haben. Gleichwohl ist es mehr als irritierend und schlichtweg falsch, dass hier seitens Waldhof Mannheim die Initiierung der Auseinandersetzung bei den Spielern des OFCs verortet wird. Die Überschreitung der Grenze, respektive die Anwendung von physischer Gewalt ging ganz klar von Mannheimer Fans aus. Das Waldhof Mannheim innerhalb von noch nicht einmal 24 Stunden zu einem solchen „Ermittlungsergebnis“ in Form einer Pressemitteilung kommt, ist für den OFC äußerst befremdlich, da eine seröse und objektive Aufklärung nach unseren Maßstäben – auch unter Einbeziehung und Befragung unterschiedlicher Beteiligter – deutlich längere Zeit in Anspruch nehmen müsste – anscheinend hat man aber hierfür kein Interesse – und verharmlost Gewalt und Ausschreitungen. Es geht nicht um „falsche Schuldzuweisungen“, sondern um eine seröse Ermittlung und Aufarbeitung der Vorkommnisse.“ (wg)