Vergewaltigung Jungbusch: Oberbürgermeister „tief betroffen“

Mannheim.  Die Vergewaltigung einer Studentin im Jungbusch in den frühen Morgenstunden des 30. November ruft jetzt auch Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz auf den Plan. Am Abend veröffentlichte die Stadt folgende Erklärung:

Am 30. November wurde eine junge Frau auf dem Nachhauseweg im Jungbusch Opfer einer Vergewaltigung. Kurze Zeit später wurde ein Bewohner der Sammelunterkunft für Asylbewerber als dringend Tatverdächtiger festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft als Herrin des Verfahrens hatte sich entschieden, keine Informationen nach außen zu geben. Dies geschah, so Pressesprecher, Oberstaatsanwalt Andreas Grossmann, aus ermittlungstaktischen Gründen. Das ist eine fachliche Entscheidung der Staatsanwaltschaft, die die Stadt nicht zu bewerten hat. „Die Stadt geht mit solchen Fragestellungen, wenn sie dazu autorisiert ist, offen um. Problemlagen in den Quartieren werden angesprochen. Das ist unsere Stadtpolitik.“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz.
 
„Ich bin tief betroffen von diesem erneuten schweren Verbrechen in unserer Stadt knapp zwei Monate nach der Ermordung der Studentin Gabriele“, so Kurz weiter. „Ich verstehe, dass die Bewohner verunsichert sind. Daher begrüße ich die Entscheidung der Polizei, im Umfeld der Studentenwohnheime verstärkt Präsenz zu zeigen.“
 
Der Jungbusch sei von besonderen Herausforderungen geprägt, deshalb unterstütze die Stadt dort auch seit Jahren die Entwicklung des Stadtteils und die Festigung der sozialen Strukturen. Dazu hat Mannheim in den vergangenen Jahren intensiv in städtebauliche Erneuerung und soziale Programme investiert. Hierzu zählen die Popakademie, der Musikpark, die Promenade mit Quartiersplatz, die Turnhalle Plus X sowie das im Entstehen begriffene Kreativwirtschaftszentrum. Außerdem wurde im Jungbusch bereits sehr früh ein Quartiermanagement eingerichtet, das sich sehr bewährt hat.
 
Heute Abend hat die Stadt mit den zuständigen Bereichen (Sicherheit und Ordnung, Tiefbau, Straßenbeleuchtung, Grünflächen) den Ort begangen. Ziel ist es, die Sofortmaßnahmen, die die Stadt nach der Ermordung von Gabriele Z. durchgeführt hat, gegebenenfalls durch weitere Maßnahmen zu ergänzen und in Zusammenarbeit mit der Polizei zu prüfen, was zu einer besseren Sicherheit beitragen kann. Darüber hinaus ist die Stadt in Gesprächen mit der Rhein-Neckar Verkehr GmbH (rnv) über die Ausweitung des öffentlichen Nahverkehrs in diesem Bereich der Stadt.