Weinstraße: Erlebnistag gerät zur Hitzeschlacht

Schattenplätze heiß begehrt – das galt beim 30. Erlebnistag Deutsche Weinstraße. Die Jubiläumsausgabe des Spektakels ohne motorisierten Verkehr erlebten nach Veranstalterangaben 250 000 Menschen – das sind 70 000 mehr als im Jahr zuvor. Beii strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von mehr als 30 Grad war manches anders als in den vergangenen Jahren. Schattenplätze beispielsweise waren heiß begehrt, findige Radler hatten den Schirm sogar direkt ans Rad montiert. Auch machten die Weinstraßenbummler öfter mal Pause und erfrischten sich in den vielen schattigen Höfen oder Schankstellen mit Garten. Und statt Wein oder Weinschorle verlangten die durstigen Radler häufiger Traubensaftschorle oder einfach nur Wasser. Sekt gab es natürlich auch an den mehr als 150 Schankstellen, schließlich stand die prickelnde Spezialität unter dem Motto „Die Pfalz läßt die Korken knallen“ im Mittelpunkt. Die Polizei meldete drei Stürze, die aber glimpflich ausgingen, sowie zwei medizinische Notfälle und sprach von einem „ruhigen Erlebnistag“. Im Zugverkehr gab es lediglich eine Verspätung eines Zuges von Mannheim nach Grünstadt sowie einen Zugausfall zwischen Karlsruhe und Neustadt. Um 10.30 Uhr hatte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer gemeinsam mit der pfälzischen Weinkönigin Laura Julier das längste Weinfest der Pfalz vor etwa 500 Gästen im malerischen Innenhof der Sektkellerei Schloß Wachenheim eröffnet. In einer kurzen Rede nannte Dreyer die Pfalz eine „Boom-Region, bei Sonnenschein erst recht“. Radtourismus sei eine der touristischen Stärken der Pfalz und von Rheinland-Pfalz. Die stellvertretende Vorsitzende der Pfalzwein-Werbung, Landrätin Theresia Riedmaier, bezeichnete den Erlebnistag als „einen Klassiker, den es in 30 Jahren auch noch geben werde“. Sehr zufrieden mit dem Erlebnistag waren die Pfälzer Sekthersteller. Vor dem Eingang zum Wachenheimer Sektschloß, wo ein buntes Programm mit Führungen und Musik geboten wurde, parkten ständig hunderte von Rädern. Das Schaudegorgieren der Sektkellerei Schöpsdau in Maikammer war ebenso gut nachgefragt wie die Führungen beim Sektgut Wilhelmshof in Siebeldingen. „Die Leute waren richtig froh, als es endlich in den Keller ging“, sagte eine Sprecherin. Die Freiwillige Feuerwehr in Dackenheim mußte ihr Sektkorken-Knallgerät teilweise mehrfach je Stunde einsetzen und aus einer etwa 1,50 Meter langen Flasche den Stopfen mit etwa zwanzig bis 25 Sektkorken in die Luft schießen. (mho/red)